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Lieber Otto Brusatti!

Von David Axmann

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Seit vielen Jahren erfreuen Sie die Ö1-Radiohörer mit Kunstverstand, Lebensklugheit und Menschenfreundlichkeit. Die von Ihnen gestalteten Musiksendungen zählen zweifellos zu den so genannten Highlights in diesem Programm. Dass Sie uns so lange schon so Gutes zum Besten geben, dafür danke ich Ihnen sehr.

Seit vielen Jahren wünschen Sie, lieber Otto Brusatti, zum Ausklang Ihrer "Pasticcio"-Sendungen allen Hörern "einen ereignisreichen Tag". Und das mag ich nicht. Als ein Mann, der es versteht, mit der Sprache umzugehen (immerhin haben Sie schon rund ein Dutzend Bücher verfasst und unterrichten an der Universität), sollten Sie nicht unhöflich sein. Dass Sie mir einen guten oder einen schönen Tag wünschen, dagegen hab ich nichts (da die Begriffe "gut" und "schön" es gestatten, sie mit eigenem Inhalt zu füllen: denn selbstverständlich sollten Sie mir nur das wünschen, was "für mich" gut oder schön ist). Einen ereignisreichen Tag will ich nicht gewünscht bekommen. Ich mag nämlich keine Wünsche empfangen, die fremde Glücksvorstellungen transportieren; zum Beispiel die, dass die Güte oder die Schönheit meines Tages auf Ereignissen gründen müsse. Es gibt nicht wenige Tage, an denen es mir am besten täte, wenn gar nichts geschähe.

In diesem Sinne hoffe ich, dass Sie mir in Hinkunft was Besseres wünschen. Ihr Ihnen ansonsten gern zuhörender David Axmann!