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Liebesentzug für einstiges Liebkind

Von Walter Hämmerle

Politik

Analyse eines Stimmungstiefs. | Werner Kogler neuer steirischer Parteichef. |


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Ganz unschuldig kommen die Grünen allerdings auch wieder nicht zum Handkuss. Ursächlicher Auslöser des Stimmungstiefs waren die drei Landtagswahlen im Herbst, bei denen die Partei Stimmenanteile verlor (so geschehen im Burgenland und der Steiermark) beziehungsweise weit unter den - zu - hoch gesteckten Erwartungen blieb (Wien).

Und mit Niederlagen professionell umzugehen, das hat die in der jüngeren Vergangenheit erfolgsverwöhnte Partei schlicht verlernt. So verstrickte sich die Wiener Landesgruppe wegen persönlicher Empfindlichkeiten in einen Richtungsstreit, an dem sich Medien wie Mitbewerber ergötzen.

Dann überraschte Vize-Klubchefin Eva Glawischnig Partei und Öffentlichkeit mit der frohen Botschaft einer baldigen Niederkunft - und benutzte ausgerechnet ein bei Seitenblickern beliebtes Radioformat zu deren Verkündigung. Mehr hat es bei den im Bereich der Persönlichkeits-PR bersonders misstrauischen Grünen nicht gebraucht.

Und nun steuern auch die steirischen Grünen denBeitrag zur schlechten Stimmung bei, indem die glücklose Landessprecherin Ingrid Lechner-Sonnek überraschend den Rückritt ankündigte. Als Klubchefin im Landtag will sie jedoch bis 2010 weitermachen.

Immerhin fand sich mit Werner Kogler rasch ein adäquater Nachfolger. "Ja, ich kandidiere", erklärte er am Montagnachmittag gegenüber der "Wiener Zeitung". Noch am Abend stand seine Wahl als neuer Landessprecher auf dem Programm des Parteivorstandes. Der Budget- und Rechnungshofsprecher im Nationalrat rechnete "relativ fix" mit seiner Wahl.