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"Liegt jetzt an Koalition"

Von Ina Weber

Politik

Klasnic im Interview: In 20 Jahren haben wir 500.000 Pflegebedürftige. | "Wiener Zeitung": Sie fordern in Ihrem Abschlussbericht des Arbeitskreises "Zukunft denken - Pflege und Altenbetreuung" die Legalisierung von Pflegekräften. Wie sieht diese genau aus?


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Waltraud Klasnic: Die Verordnung von Minister Bartenstein ist ein erster Schritt. Einen Weg zu finden, ist jetzt eine Frage der Sozialpartner und Ministerien. Das konnten wir in der Arbeitsgruppe nicht lösen. Jetzt liegt es an den Regierungsverhandlungen.

Wirtschaftsminister Martin Bartenstein fordert die Aufhebung der Übergangsfristen für Pflegekräfte. Die SPÖ ist dagegen. Wie sehen Sie das?

Meine Aufgabe war, das Thema Pflege und Altenbetreuung zu koordinieren. Ausgangslage war zwar die im August laut gewordene Debatte. Aber der Schwerpunkt hat sich verlagert. Wir haben uns nun mit Vorsorge, Ausbildung, Ehrenamt und mit Strukturen der Leistbarkeit für den Einzelnen, die Träger und die öffentliche Hand, beschäftigt.

Geben Sie uns ein Beispiel?

Bei der Vorsorge sollte man bundesweit Pflegebedürftige, die ihren Bescheid für Pflegegeld erhalten, informieren und beraten. Es gilt, pflegende Angehörige zu entlasten. Im Bereich der Ausbildung für Sozialberufe sollte die Kompetenzverteilung zwischen Bund und Ländern überdacht und durchlässiger werden.

Bei einer Legalisierung der illegalen Pflegekräfte entstehen mehr Kosten. Wer bezahlt diese?

Die Kosten sind ein Thema. Wir haben uns für die Valorisierung des Pflegegeldes und für dessen Beibehaltung ausgesprochen.

Gibt es konkrete Modelle?

Wir schlagen vier vor: "Selbständiger", "Pflegegerechtes Hausangestellten- und Hausgehilfengesetz", "Arbeitskräfteüberlassung" und "Beschäftigung bei Trägerorganisationen".

Wie groß ist die Zahl der Betroffenen in Österreich?

320.000 - damit sind eine Million Familienangehörige betroffen.

Wie stark wird die Zahl der Pflegebedürftigen steigen?

In 20 Jahren werden wir über 500.000 Pflegebedürftige haben.