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Linsengericht: Krieger gegen den Transit

Von Stefanie Holzer

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Am Samstagabend hatte der ORF auf dem zweiten Kanal eine Komödie programmiert. Dabei handelte es sich um Kenneth Branaghs wunderschöne Verfilmung von "Viel Lärm um nichts". Schauspieler von

Weltrang spielen in schöner Kulisse Shakespeare. Das klingt irgendwie nicht nach ORF-Samstag-Abend, der sein Hauptabendprogramm ansonst für Dumpfdöselwitzigkeit reserviert . . .

Wundersam war auch das sonntägliche "Zur Sache". Peter Pelinka hatte sich Herren geladen, die etwas zum Streit zwischen Österreich und der EU in Sachen Maut/Transit zu sagen haben. Vier Dinge waren

dabei bemerkenswert: 1. Die Schweiz konnte der EU eine Wegekostenrechnung plausibel machen, die außerbetriebswirtschaftliche Aspekte berücksichtigt. Österreich anscheinend nicht. 2. Landeshauptmann

Wendelin Weingartner stellte unmißverständlich fest, dass die Franzosen den ursprünglich höher bemauteten Tunnel durch den Montblanc nicht wieder instand setzen, um den Transit loszuwerden. 3. Und

der größte Frächter, waren sich Minister Michael Schmid und Franz Gurgiser vom Transitforum Austria einig, sei mittlerweile die Bahn · auf der Straße.

Die optimistische Note brachte Wendelin Weingartner in dieses triste Kuddelmuddel: Auch wenn der Transit seine Heimat erbeben lässt, bewies seine Gesichtsfarbe, dass er die Bürde, Landeshauptmann von

Tirol zu sein, dennoch mit Freude trägt. Allem Anschein nach hat er, unmittelbar bevor er nach Wien geflogen ist, eine oder zwei Skitouren gemacht. Seine rötliche Bräune ist als Kriegsbemalung zu

verstehen.