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Linsengericht: Reise in die Nacht

Von István Orban

Kommentare

Weil ich in letzter Zeit so oft übers Fernsehen geschrieben hatte, wollte ich diesmal wirklich über etwas aus dem Rundfunk schreiben. Und ich habe mich bemüht. Ehrlich. Also habe ich mir am Abend

des ermüdend heißen Dienstags in Österreich 1 zunächst "Dimensionen" angehört, eine Reportage über Methoden, Erkenntnisse und Entwicklungen in der Kriminalpsychologie. · Eine wirklich interessante

Sendung. Aber zu diffizil, um hier darüber zu berichten. Später dann habe ich ins Hörspiel-Studio hineingehört: "Rafael Sanchez erzählt ,Spiel mir das Lied vom Tod.`" Vielleicht Schande, aber wahr ·

es hat mich angestrengt, und ich bin nach einer Zeit ausgestiegen. Was blieb, war ein Fernsehabend auf dem Zweier.

"Universum": Mandrills · die Affen mit der Clownmaske. Aber so lustig ist das bei denen gar nicht. Denn je mehr Farbe, desto höher der Rang, fast wie beim Militär; nur nennt man die dort Goldfasan.

(Jedenfalls, wie fast immer, ein schöner Film, und zu Recht die Lieblingssendung meines zehnjährigen Sohnes.)

Dann "Report": Bemerkenswert die Diskussion um die Rehabilitierung von Deserteuren aus der NS-Wehrmacht. "ZIB 2": Die Mondlandung vor 30 Jahren. Und über allem Caroline von Monacos Entbindung im

Krankenhaus Vöcklabruck. Dazu ein Nicht-Bericht vom Ort des Geschehens und höchst aufgeregtes Gestammel von "Seitenblicke-Adelsspezialistin" Lisbeth Bischof. "Am Schauplatz", nachgefragt: Wie geht es

den abmagerungswilligen Dicken? · Langsam bis gar nicht. "ZIB 3": Schon wieder Mondlandung und Vöcklabruck. Und: Viagra stärkt nicht nur müde Männer, sondern auch ebensolche Schnittblumen. Für beide

ein eher teurer Dünger.

Es ist spät geworden. Gute Nacht.