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Linsengericht: Von Menschen und Bären

Von István Orbán

Kommentare

Bei uns ist's heiß. Die Quecksilbersäule steigt, und umgekehrt proportional sinkt nicht nur der Arbeitstrieb, sondern anscheinend auch die Zahl seriöser Nachrichten; oder zumindest die Neigung zu

deren Lieferung. Wie anders wäre zu deuten, dass eine nicht mehr ganz frische Petitesse in gleich mehreren ZiBs am Mittwoch zur Meldung in Breitformat geriet.

Was geschah: Vor einiger Zeit hatte Viktor Klima seinen deutschen Kollegen Schröder in Wien zu Gast. Und erzählte ihm beim Heurigen und wohl entsprechend launig, die österreichische Bevölkerung sei

in den letzten Jahren von sieben auf acht Millionen angeschwollen, aber "weniger durch die Kraft heimischer Lenden, sondern durch Zuwanderung vom Balkan". So das Zitat einer anwesenden "stern"-

Reporterin in ihrem Blatt vor einer Woche. Ein aktueller Aufreger? Ein alter Hut. Fachleute sagen seit langem, bei stagnierendem Bevölkerungswachstum könne Österreich seinen Wohlfahrtsstaat nur dank

Zuwanderung halbwegs aufrechterhalten. Aber wenn die sauren Gurken blühn . . . Und noch von anderer Zuwanderung wurde am Mittwoch berichtet: von einer Million österreichischen Bären aus Ostasien. Sie

kommen im Wahlkampf zum Einsatz. Als Maskottchen der FPÖ. Deshalb sind sie (so FPÖ-Haudegen Gernot Rumpold) im Ausland produzierte österreichische Bären. Quasi · in diesem Fall zur FPÖ · zugewanderte

Österreicher. Vom Gedanken her sehe ich da kaum einen Unterschied zu den im Klima-Zitat erwähnten Menschen vom Balkan. Warum die FPÖ dann eigentlich gegen die Ausländerpolitik der Regierung ist

. . .