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Linsengericht: Werbeschrott

Von István Orbán

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Der Montag hat für mich einen fernsehprogrammatischen Fixpunkt: 22.30 Uhr, ORF 2 · "Treffpunkt Kultur". Mich davon zu trennen fällt mir schwer, darüber geschrieben habe ich schon oft. Auch diesmal

war die Sendung gut, in Österreich 1 gab es am Abend ein schönes Konzert, ansonsten nicht viel los. Was schreiben? · Eine Geschichte:

Wir sitzen nach der ZiB 1 um den Fernseher versammelt, um die Wetterprognose für Dienstag zu sehen. In einem der Werbeblöcke davor oder danach ein Spot folgenden Inhalts: Zwei gewöhnlich schrille

Trutschen schminken sich (offenbar am Damenklo), rücken die Kleidung und Busen zurecht. Im Lokal hängen Gäste und Barmann gelangweilt herum. Eine (im Vergleich zu den anderen) "normale" junge

Blondine betritt das Lokal, in der Hand eine Platte mit gebratenen Rippchen plus Soßen, macht große blaue Augen, weil offensichtlich auf der falschen Baustelle. Aber: Alle stürzen sich auf sie bzw.

auf das Fleisch in ihrer Hand. Auftritt der beiden aufgetakelten Trutschen · herbe Enttäuschung, weil keiner auf sie fliegt, sondern alle auf die Blonde mit dem Fleisch. Noch einige Kinkerlitzchen-

Schnitte, ein unmerkbarer Sager, eine Internet-Adresse. Aus.

Mein zehnjähriger Sohn und meine achtjährige Tochter (die von Holzschutz bis Haarpflege alle Spots rauf und runter singen) fragten im Chor: Wofür wurde hier Werbung gemacht? Wissen Sie es? Wenn

nicht, fragen Sie ORF Enterprise (wie die ORF-Werbung jetzt heißt). Aber vielleicht wissen die es auch nicht. Die senden den Schrott ja nur.