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Lkw-Maut kann die Finanzlücke der Asfinag nicht ausfüllen

Von Petra Medek

Wirtschaft

Die Autobahnen- und Schnellstraßen Finanzierungs AG (Asfinag) hat mit höheren Ausgaben zu kämpfen als erwartet. Auf die 1997 aus dem Bund ausgegliederte Gesellschaft kommen zuvor nicht | einkalkulierte Belastungen zu, außerdem komme der Lückenschluß der Autobahnen teurer als angenommen.


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Der Lückenschluß, der steigende Erhaltungs- und Sanierungsaufwand, ein wachsender Zinsaufwand und die Netzerweiterung nach Norden bzw. Osten machten zusätzliche Zuschüsse notwendig, erklärten

Asfinag-Vorstandsdirektor Engelbert Schragl und Vorstandsmitglied Bernhard Engleder gestern in einer Pressekonferenz.

Die Lkw-Maut, die mit Anfang 2002 eingeführt werden soll, werde die finanziellen Lücken der Asfinag nicht füllen können. "Die Formel, daß durch die Lkw-Maut alle künftigen Abgänge zu finanzieren

sind, ist nicht mehr zu halten", unterstrich Schragl. In der Vergangenheit hatte man zusätzliche Belastungen nicht einkalkuliert.

Der Jahresfehlbetrag belief sich 1998 auf knapp 1,1 Mrd. Schilling und werde heuer noch höher ausfallen. Auch der für 1999 mit 2 Mrd. Schilling angenommene Abgang werde überschritten werden, so der

Vorstandschef. Gründe sind der Tauerntunnel-Unfall, durch den Reparaturkosten von mindestens 50 Mill. Schilling anfallen würden, Ausfälle in Höhe von 150 Mill. Schilling durch die entgangene

Tauernmaut sowie Reparaturen aus Winterschäden, die mehr Mittel verschlingen würden als angenommen. Insgesamt werde das Jahresergebnis damit um rund 400 MIll. Schilling schlechter ausfallen als

geplant, so Schragl. Aus der Lkw-Maut werden Einnahmen von 3,6 Mrd. Schilling pro Jahr erwartet, die Errichtung der Mautinfrastruktur koste 3,5 Mrd. Schilling.

Bei der Vignette werde es spätestens ab 2001 zu einer Preiserhöhung um 20 bis 30% kommen, kündigte Schragl an. Die Asfinag erhofft sich daraus Mehreinnahmen von rund 500 Mill. Schilling. Während das

Verkehrsaufkommen 1998 um 4,6% auf 28 Mill. Fahrzeuge zugenommen hat, gingen die Vignetteneinnahmen leicht um 0,1% auf 2,644 Mrd. Schilling zurück. Grund seien Anrechnungsmöglichkeit der

Vignettenkosten auf Sondermauten, so Schragl. Die Netto-Gesamteinnahmen betrugen 1998 rund 6 Mrd. Schilling.