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LLI sagt der Börse ade

Von Petra Medek

Wirtschaft

Die Leipnik Lundenburger Invest Beteiligungs AG (LLI) zieht sich von der Wiener Börse zurück. Das Delisting ist für März 2002 geplant.


Den Stammaktionären sollen 87,37 Euro (1.202,2 Schilling), den Vorzugsaktionären 74,26 Euro (1.021,8 Schilling) geboten werden, sagte LLI-Vorstand Erwin Hameseder am Donnerstag bei der Bilanzpressekonferenz. "Die LLI-Aktie wird sich hoch erhobenen Hauptes von der Wiener Börse zurückziehen", meinte der Vorstand. Ein neuerlicher Börsegang könne etwa 2005 überlegt werden, wenn die osteuropäischen Staaten, in denen LLI verstärkt aktiv ist, der EU beigetreten sind.

Der in den Kernbereichen Mehl und Mühle sowie Vending (Heißgetränke aus Kaffeeautomaten) beteiligte Konzern will nun die Kriegskasse auffüllen und strebe weiterhin "kapitalintensive Akquisitionen" an, daher habe man sich entschlossen, von der Börse zu gehen und flexiblere Lösungen zu finden, begründete Hameseder den Schritt. Der LLI-Aktienkurs habe die dynamische Entwicklung des Unternehmens nicht mitgemacht.

So steht im laufenden Geschäftsjahr beispielsweise die Aufstockung der Anteile an der ungarischen Mühlengruppe Pannon Gabona an, an der LLI im Juli 54,99% erworben hat. Die Eigenkapitalquote würde dadurch ohne gegenzusteuern heuer von 33% auf 25% fallen, angestrebt werde aber eine Quote um 30%, betonte der Vorstand.

Gleichzeitig mit dem Delisting würden die Hauptaktionäre aufgefordert, das Kapital aufzustocken.

Das abgelaufene Geschäftsjahr 2000/2001 endete für LLI wieder mit einem Rekordergebnis und war vor allem durch die erstmalige Vollkonsolidierung der Farina-Gruppe gekennzeichnet, die einen Umsatz von 350 Mill. Schilling erwirtschaftet. daneben musste im Geschäftsfeld Vending die Euro-Umstellung der Automaten abgeschlossen werden, was sich mit Investitionen von 70 Mill. Schilling zu Buche schlug.

Insgesamt legte der LLI-Konzernumsatz um 36% auf 131,28 Mill. Euro zu. 28% des Umsatzes wurden im Ausland erwirtschaftet. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) lag in der Gruppe 2000/2001 bei 12,67 Mill. Euro. Dem guten Ergebnis entsprechend soll eine Rekorddividende von 12% plus 8% Bonus ausgeschüttet werden.