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Lob der Bedachtsamkeit

Von Manfred A. Schmid

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"Klingendes Österreich" gehört seit Jahren zu den Highlights des ORF-Feiertagprogramms. Ein Gutteil der Popularität verdankt die Sendung ihrem Präsentator. Ohne Sepp Forcher wäre dieser stets schön fotografierte Streifzug durch die landschaftlichen Schönheiten des Landes - von den Kamerafahrten über Berggipfel und Täler kann man offenbar nie genug kriegen - wohl nur eine weitere "Universum"-Sendung - allerdings mit viel Musik und freundlichen Menschen. Musik, echte, gute Volks- und Hausmusik fernab jener Unsäglichkeit, die sich "volkstümliche" (sprich: volksdümmliche) Musik nennt, gibt es freilich auch in "Mei liabste Weis". Auch diese Sendung ist ohne ihren sympathischen Präsentator Franz Posch nicht zu denken. Es wäre schade, wenn sie - wie man hört - eingestellt werden sollte. Etwas weniger Moik, Prasch und Hinterseer hingegen ließe sich bestimmt leichter verschmerzen.

Am Christtag lud Forcher zu einer musikalischen Wanderung entlang der Geburts- und Wirkungsstätten von Franz Xaver Gruber und Joseph Mohr ein. Als sich die Bahnen dieser beiden "Sternschnuppen" in Oberndorf kreuzten, schwärmte Forcher, leuchtete helles Licht. Und das Ergebnis ihrer Begegnung, das Weihnachtslied "Stille Nacht", habe seit damals nicht zu strahlen und zu wärmen aufgehört. Bei anderen Sprechern könnte man das für kitschig halten, nicht so bei Forcher. Ihm nimmt man das gerne ab, scheint er doch stets mit seiner ganzen Persönlichkeit hinter dem zu stehen, was er sagt. Man spürt eben, dass er kein geschwätziger Plauderer ist, sondern seine Worte mit Bedacht wählt. Ebenso bedächtig und fest, wie er seine Schritte setzt und seinen Hut zieht.