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Lob und Tadel

Von David Axmann

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Die Gesamtwirkung eines Radiosenders kann, wer will, mit der eines Orchesters vergleichen, kommt es doch da wie dort auf das harmonische Zusammenspiel aller eingesetzten Instrumente an. "Aus der Kräfte schön vereintem Streben / erhebt sich wir-kend erst das wahre Leben", verkündet, ins Große und Ganze transponiert, melodisch der heurige Jubiläumsdichter Schiller, und es würde mich nicht wundern, wenn dieses Zitat in der Ö1-Pro gramm-direktion affichiert wäre.

Tatsächlich spielen im Radio neben den großen, gewichtigen Programmpunkten etliche kleine Nischenkommas eine nicht zu unterschätzende noch zu überhörende Rolle. Eine vorzügliche Dauerleistung bietet zum Beispiel das zur samstäglichen Vor-Mittagszeit ausgestrahlte Konsumentenmagazin "help". Sach- und sprachkundige Beiträge, vor allem zu Rechtsproblemen im Bereich von Wirtschaft, Tourismus, Verkehr und Ökologie, stellen den Übermut der Ämter und die Unverschämtheit des Kapitalismus bloß - und vermögen dank des Druckmittels "Öffentlichmachung" bisweilen sogar Erfolge zu erzielen.

Grundsätzlich missglückt (schon vom Ansatz her) ist leider hingegen die Programmleiste "Chronisten, Reporter, Aufklärer" - "ein Projekt des Instituts für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft der Universität Wien und von Ö1 über 50 Jahre Fernsehen." 1.: Falscher Sendeplatz (Fernsehen gehört ins Fernsehen). 2.: Viel zu kurz bemessen (pro Person höchstens vier Minuten). 3.: Deshalb flache, matte Porträts. 4.: Schad um die Müh.