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Lockrufe der Wildnis. Krieg.

Von Reinhold Aumaier

Kommentare

Sie kamen von allen Seiten und dürften sich abgesprochen haben. Man fühlte sich umzingelt, eingekesselt, in die Enge getrieben wie selten zuvor. Die Aggressoren, die gierig nach einen lechzten, hatten keine richtigen Namen, bloß Kürzel. Gerade deshalb prägten sie sich ein . . . Am Mittwochabend, genau zwischen 19 und 21 Uhr, wusste der Freund von Naturfilm und Landschaftsporträt weder ein noch aus. Wohin sollt' man sich wenden? Um 19 Uhr zu Arte, wo verführerisch "Der Stoff, aus dem die Bäume sind" lockte? Oder zu den Bayern, die mit dem Fichtelgebirge aufwarteten? Um 20.15 Uhr kam die Attacke aus Nord und Süd. SWR wollte in "Länder-Menschen-Abenteuer" auf Norderney entführen, der NDR ins "Wilde Masuren". Was tun? Habt's mich gern! sagen und auf Kontrastprogramm schalten? Aber ja. Nichts wie hin also zu Evelyn Hamanns "Geschichten aus dem Leben" im ZDF. Sie nervte als überkandidelte, schwer zu vermittelnde Soloharfenistin, um dann doch musikalisch und menschlich geläutert im Kreise einer Hip-Hop-Band berühmt zu werden. Auch als Mama ihres vermeintlich schwulen Söhnchens hielt sie tapfer durch. Fazit: Es wird kräftig outriert und erinnert im besten Fall an Loriot. 's ist halt bloß Theater und uns unterhalt's!

Kein Theater, sondern traurige Wirklichkeit sind die Zustände in Afghanistan. Die Bilder sprechen großteils für sich. Zusätzlich genervt wird der TV-Konsument aber durch so manchen Kommentar. Zum Beispiel durch den pathos-geschwängerten Tonfall Herrn Friedrich Orters in der ZIB 2. Karl Kraus hat einst die bös treffenden Worte für diese (Un-)Art verbaler Kriegsaufbereitung gefunden. Die letzten Tage der Menschheit - ein Fortsetzungsroman.