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Lockungen des roten Rebsafts

Von Carola Palzecki, Bratislava

Europaarchiv

2003 war für die slowakischen Winzer ein hervorragender Jahrgang. Heute Samstag laden die Weinbauern in den Kleinen Karpaten zur Rebsaftverkostung beim Tag der offenen Keller.


In Jahren mit Lese-Ertrag von normaler Qualität ist die Slowakei kein Land, in das man ausgerechnet des Weines wegen reisen würde. Außer in einigen wenigen Anbauorten, wie etwa dem nur wenige Autominuten östlich von der Hauptstadt entfernt liegenden Pezinok, fehlt es den Rebsäften oft an jenem edlen Nachgeschmack, der Wein für einen Kenner erst zum guten Tropfen macht. In diesem Herbst lassen sich jedoch einige interessante Entdeckungen machen. 2003 war - wie überall in Europa - auch in der Slowakei ein exzellentes Jahr für Winzer.

Heute Samstag ist es wieder soweit: Die Weinbauern in den Kleinen Karpaten öffnen wieder ihre Weinkeller. Wer keine Gelegenheit zum Genuss eines köstlichen Tropfens verpassen möchte, kann sich bei den Tourismusbüros der Region schon jetzt mit passendem Kartenmaterial versorgen. Wem es zu mühselig ist, von Winzer zu Winzer zu reisen, dem sei gleich ein Abstecher nach Pezinok oder in das auch für seine Keramik berühmte Modra empfohlen. Auf dem Weg durch die sanften Hügel der Kleinen Karpaten bieten unzählige Winzer für umgerechnet nicht einmal einen Euro den Liter Weiß- oder Rotwein direkt vom Fass an. Dieser Rebsaft ist von deutlich höherer Qualität als so genannter Landwein und mundet auch verwöhnten Gaumen noch nach dem Urlaub in der Slowakei.

Ein Ausflug nach Slovenský oder Chorvatský Grob ist ein Muss für jeden, der ohne vorherige körperliche Anstrengung einfach nur gut essen und dazu einen guten Tropfen aus der Region genießen möchte. Beide Ortschaften liegen am Rande der Schnellstraße, die Bratislava und Pezinok miteinander verbindet. Sie sind über die Region hinaus berühmt für "husacie hody", den Martini-Gänseschmaus im Herbst.