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Logik des Marktes

Von Alexander Strecha

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Die alpine Ski-WM in St. Moritz ist Vergangenheit, Österreich hat mit neun Medaillen im Ziel abgeschwungen, der ORF mit Rekordquoten. Durchschnittlich verfolgten 1,155.000 Zuschauerinnen und Zuschauer bei einem nationalen Marktanteil von 78 Prozent und einer Reichweite von 17,0 Prozent die WM-Rennen in ORF 1. Der Erfolg rechtfertigt den Aufwand. Obwohl nicht Veranstalter, war das heimische Fernsehen so gut im Bilde wie kein anderer Sender. Die Medaillenflut in Rot-Weiß-Rot erklärt das redliche Bemühen von Elmar Oberhauser und Untergebenen zu umfangreicher Berichterstattung. Wo Sieger daheim sind, filmt das TV. So war es einst beim Tennis und Thomas Muster. Heute rangiert Tennis zwar immer noch auf Platz 2, die meiste Sendezeit hat der Sport jedoch auf TW1. Unangefochten Nummer 1 ist und bleibt König Fußball, wenngleich im Doppelpass mit den heimischen Kicker-Eliten der Aufwand in keiner Relation steht. Doch Fußball ist so gut wie ein Ganzjahressport, außerdem weltweit beliebt. Der alpine Skilauf interessiert, nomen est omen, die alpinen Länder. In Amerika nimmt man von Bode Millers Glanztaten in Übersee kaum Notiz. Die Frage ist, wie lange sich der ORF trotz Sparkurses noch auf der Ideallinie halten kann. Die Logik des Marktes bestimmt den Kreislauf. Der Erfolgreiche ist im Bilde, erhält potentere Sponsoren, die seine Möglichkeiten verbessern. Wehe, wenn sich das Fernsehen einmal bei einer Sportart ausblendet. Der Weg zurück ins Licht ist ein langer. Beim Skisport ist man sicher nicht so weit, dafür sind die Unsrigen viel zu erfolgreich.