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Lufthansa setzt neuen Chef ins AUA-Cockpit

Von Helmut Dité

Wirtschaft
Präsentierte am Donnerstag am Flughafen Wien den neuen Austrian-Airlines-CEO Jaan Albrecht (re.): Lufthansa-Mann Stefan Lauer, Chef des AUA-Aufsichtsrats.

Albrecht will bei der Sanierung "in jede Ecke schauen". | Zuvor war er zehn Jahre an der Spitze der Star Alliance.


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Wien. Der AUA-Aufsichtsrat hat am Donnerstag Jaan Albrecht einstimmig zum neuen Vorstandschef der Airline gemacht. Albrecht übernimmt am 1. November das Ruder - bis dahin soll er allerdings schon ein neues Konzept erarbeiten, mit dem die österreichische Tochter der deutschen Lufthansa zu sanieren ist.

"Die AUA ist ein roher Bergkristall, durch Polieren und Schleifen kann man ihn zum Funkeln bringen", sagte der 56-jährige deutsch-mexikanische Doppelstaatsbürger, der vor 38 Jahren als Pilot seine Karriere in der Luftfahrtindustrie begann und die letzten zehn Jahre Chef des unter Lufthansa-Führung stehenden globalen Airline-Bündnisses Star Alliance war.

Er wisse, dass dies harte Arbeit unter Zeitdruck erfordere. Wäre er aber nicht vom Erfolg überzeugt, würde er nicht hier in Wien stehen, sagte Albrecht nach seiner Kür im Headquarter der Austrian Airlines in Wien-Schwechat vor Journalisten.

Sein Vertrag als CEO - zuständig ist Albrecht unter anderem für Finanzen, Einkauf, Strategie und internationale Beziehungen - läuft vier Jahre. Die Verträge seiner AUA-Vorstandskollegen Andreas Bierwirth (40) - verantwortlich für Verkauf und weiterhin für Netz- und Ertragsmanagement - und Peter Malanik (50) - Flugbetrieb, Technik und Wartung sowie Personal und Tyrolean - laufen bis 2012 beziehungsweise 2013.

Prioritäten noch offen

Wo Albrecht konkret "polieren und schleifen" wird, verriet er noch nicht. Man werde aber "in jede Ecke schauen, jede Baustelle identifizieren". Erst wolle er im Team die Prioritäten besprechen und dann mit einem klaren Plan die Öffentlichkeit informieren.

AUA-Aufsichtsratsvorsitzender und Lufthansa-Vorstand Stefan Lauer bekräftigte, dass der neue AUA-Chef die Integration in den Lufthansa-Konzern vorantreiben soll. Die erste Phase der AUA-Sanierung sei erfolgreich bewältigt.

Vor dem Hintergrund der konjunkturellen Turbulenzen werde die AUA die für heuer angestrebte operative "schwarze Null" nicht erreichen, sagte Lauer erneut. Das Ziel, "so bald wie möglich" aus den roten Zahlen zu fliegen, bleibe aber aufrecht.

Die deutsche AUA-Mutter Lufthansa hat zugleich mit ihrer Gewinnwarnung diese Woche wegen der unsicheren Buchungslage weitere Einschnitte im Winterflugplan angekündigt. Statt einer Ausweitung des Sitzplatzangebots um zwölf Prozent will man jetzt nur noch um vier Prozent mehr anbieten. "Das Thema gilt auch für die anderen Gesellschaften im Verbund", sagte Lauer. Die AUA selbst fliegt heuer im Winter jedenfalls mit zwei Flugzeugen weniger.