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Lukullische Verdrüsse

Von Andreas Rauschal

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Der Salzburger Sender Servus-TV wurde an dieser Stelle schon oftmals gelobt. Neben sympathischen - und sympathisch unaufgeregten - Produktionen, wie jener Roland Gruschkas, der seine Kunst- und Trödeltouren für den guten Zweck als Schatzsuche auslegt, fiel das Programm zuletzt auch mit gelungener Filmauswahl auf. Der Schwerpunkt liegt aber anderswo: Wenn nicht gerade ins Land, sprich in die Gaue der Heimat einigschaut wird, geht es etwa um Männer mit Mission, die ihre liebsten Freizeitaktivitäten als Grenzlandforschung verstehen: Ist das mein Hobby oder doch bereits Selbstmord?


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Von derlei Adrenalin-Orgiastik unbeeindruckt, blieb man am Dienstag aus anderen Gründen bei Servus. Sie lauteten: Hunger! Kompensation! Schließlich dampfte es aus den ins Bild gerückten Töpfen und Pfannen, dass einem ganz warm werden mochte ums Herz. Wie sich herausstellen sollte, ging es in "Wohl bekomms - kulinarische Ausflüge" aber nur zwischendurch um das Lukullische. Zwischen journalistischer Pflicht und regionalwerbender Kür galt es schließlich, die Vorzüge des Schneeberglandes adäquat abzubilden. Die Arbeit der Betriebe und Wirtsstätten, die Güte ihrer Produkte stand dabei im Vordergrund. Historische Anekdoten führten zur Zubereitung längst vergessener wie zeitloser Gerichte - Bratwurstsuppe, Sterz und Rehschlögel landeten am Teller.

Weil es dann mit der Kompensation aber reichte, wurde, was sich an Viktualien in der Speis vorfinden ließ, gesichtet und aufgetischt. Das Ergebnis wurde freundlich als Käsetoast begrüßt, war nach der Sendung aber doch eher eines: ein lukullischer Verdruss mit Pfefferoni und Ketchup.

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