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Luschkow plädiert für getrennte Wahlgänge

Von Wien

Politik

· Der Moskauer Bürgermeister Juri Luschkow hat sich am Dienstag in Wien im Zusammenhang mit Gerüchten über einen Rücktritt von Präsident Boris Jelzin kategorisch gegen die | Zusammenlegung der für Dezember geplanten Duma-Wahlen (Unterhaus des Parlaments) und der für Juli 2000 anstehenden Präsidentenwahlen ausgesprochen.


Luschkow, der eine Visite von Wiens Bürgermeister Michael Häupl in Moskau vom Vorjahr erwidert, erklärte, eine Vorverlegung der Präsidentenwahlen sei zulässig, die Zusammenlegung der Urnengänge

aber nicht.

Den Hintergrund seiner Ablehnung dürfte die russische Wahlordnung bilden. Bei einem gemeinsamen Urnengang dürfen nicht die gleichen Kandidaten für Duma und Präsidentenamt kandidieren. Sowohl Luschkow

als auch sein Mitstreiter Ex-Premier Jewgeni Primakow führen die Partei "Vaterland". Beide Politiker gelten als aussichtsreiche Kandidaten für die Jelzin-Nachfolge. Wer von den beiden für die Kreml-

Nachfolge antrete, sei noch offen, so Luschkow.

Luschkow sparte auch in Wien nicht mit Kritik an Jelzin. Dieser könne "aus gesundheitlichen Gründen seinen Verpflichtungen nicht nachkommen". Die Staatsmacht, vor allem die Organe der

Strafverfolgung, seien nicht mit der Aufklärung von Verbrechen und Terror, "sondern mit dem Kampf gegen den politischen Gegner der Staatsmacht beschäftigt".