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"Lustreise" war Sackgasse - Einstellung bei Hypo-Ermittlungen

Von Stefan Melichar

Wirtschaft
Das Hypo-Logo zierte die Boliden des Rennstalls Jetalliance Racing. Ein Flug nach Silverstone sorgte für Aufregung.
© Jetalliance Racing

Verdacht rund um Renn-Sponsoring und Flugzeugleasing nicht erhärtet.


Wien/Klagenfurt. Es war ein besonders pikanter Verdacht, der vor ziemlich genau einem Jahr ans Licht der Öffentlichkeit kam: Die Kärntner Hypo hätte möglicherweise Managern samt ihren Partnerinnen für gut 12.000 Euro eine Reise zu einem Autorennen ins englische Silverstone finanziert - und zwar ohne konkreten geschäftlichen Zusammenhang.

Mittlerweile ist von der - damals kolportierten - "Lustreise"-Theorie nichts mehr übrig. Informationen der "Wiener Zeitung" zufolge hat die Staatsanwaltschaft Klagenfurt die Ermittlungen vor einem Monat offiziell beendet. Dies bestätigte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Helmut Jamnig, am Donnerstag auf Anfrage. Die Ermittlungen seien "aus Beweisgründen, mangels hinreichenden Tatverdachts" eingestellt worden. Diese Teileinstellung im Rahmen des Hypokomplexes bezieht sich unter anderem auf den früheren Hypo-Vorstand Josef Kircher.

Kircher hat immer betont, gar nicht in Silverstone gewesen zu sein. Die anderen betroffenen Ex-Leasing-Manager sollen erklärt haben, sie hätten ein Sponsoringkonzept für den Autorennstall Racealliance (heute Jetalliance Racing GmbH) erarbeiten wollen. Tatsächlich fand sich das Hypo-Logo mehrere Jahre lang prominent auf den Boliden des Rennteams.

Probleme mit Business-Jets

Zeitgleich eingestellt wurden Ermittlungen gegen Kircher und andere frühere Hypo-Manager in Zusammenhang mit zwei Flugzeug-Finanzierungen. Der "Wiener Zeitung" liegt das Protokoll einer Zeugeneinvernahme zu diesem Geschäftsfall vor. Offenbar hatten sich im Zuge der Wirtschaftskrise Probleme mit der Auslastung der Business-Jets ergeben. Außerdem soll es zu einem Tauziehen zwischen der Bank, dem Eigentümer und der Betreiberfirma gekommen sein. Wie aus dem Protokoll hervorgeht, hegte die Staatsanwaltschaft damals den Verdacht, frühere Hypo-Verantwortliche hätten die Bank um rund 2 bis 2,5 Millionen US-Dollar geschädigt.

Die Erhebungen dürften von einer anonymen Anzeige ausgelöst worden sein, sie wurden nun mit derselben Begründung eingestellt wie jene rund um das Renn-Sponsoring. Von den Einstellungen betroffen sind in beiden Fällen insgesamt sechs Personen. Es sind nicht die ersten Teileinstellungen im Rahmen der Hypo-Causa: Ermittlungen gegen Kircher wurden zuvor schon in zwei Zusammenhängen eingestellt. Auch in Bezug auf die früheren Hypo-Vorstände Wolfgang Kulterer und Günter Striedinger ist es - nach teils aufsehenerregendem Anfangsverdacht - zu Einstellungen gekommen.