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Lyrik ist sicher Luxus . . .

Von Reinhold Aumaier

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. . . verkündete Buhlschaft Veronica Ferres jüngst anlässlich ihrer Lesung. Also nichts wie her mit dem erschwinglichen Luxus zur Sommerzeit, statt der Television auf den Wiederholungs-Leim zu gehen. Die Machart ihrer Gedichte ist sehr unterschiedlich, aber das Ergebnis beide Male gleich luxuriös: Christoph Janacs' Lyrikband heißt "draußen die Nacht in uns", der von Piotr Sommer "Ein freier Tag im April". Die Edition Korrespondenzen hat beide kostbaren Gedichtsammlungen "gebucht". Je besser die Lyrik, umso mehr Musik ist drin. Wie überreich ein einziger Mensch an Musik (gewesen) sein kann, führt ein dickes Buch zu Gemüte, das in die Hände jedes Musikfreundes gehört. Die Erinnerungen des großen Dirigenten und Musikers Josef Krips tragen den Titel "Ohne Liebe kann man keine Musik machen". Der Mann wäre heuer 100 Jahre alt geworden. Diese Aufblätterung eines Musikerlebens sollte man sich einfach selber schenken. Ein junger Dirigent, der es ihm in aller der Musik gewidmeten Ernsthaftigkeit nachtun dürfte, ist Sakari Oramo. Und wieder überzeugt er mit Sibelius: den Sinfonien Nr. 1 & 3 sowie "Finlandia". Eine Zeitgenossin von Sibelius war écile Chaminade. Unter dem Titel "Mots d'amour" bringt die großartige Anne Sofie von Otter wunderbare Lieder der wiederentdeckten Französin zu Gehör.

Franz Koglmann lebt mitten unter uns, kann jederzeit noch mehr entdeckt und gespielt werden und hat mit seiner neuen CD "Don't play, just be" einmal mehr die richtigen Töne zwischen Komposition & Improvisation gefunden und getroffen. Wayne Shorter ist Jazz- und Saxofon-Legende. Seine "Footprints live!" frönen dem Musizieren der allerhöchsten Luxuskategorie. Wohl bekomm's!