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Machen wir doch eine Studie!

Von Bernhard Baumgartner

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Mit einigen wissenschaftlichen Studien ist das so eine Sache: Manche haben einen Auftraggeber, der sich von dem Papier eine "unabhängige" Bestätigung seiner fixen Meinung erwartet, was dann auch tatsächlich passiert. Oft ist es sogar so, dass zu einem Streitthema mit haargenau derselben Faktenlage zwei völlig unterschiedliche Interpretationen vorliegen, die jedoch beide den Anschein wissenschaftlicher Objektivität zumindest wahren wollen.


Bei einer am Donnerstag bekannt gewordenen Studie ist das anders. Sie will offenbar gar nicht erst den Anschein von Neutralität erwecken, lautet doch der Titel "Every Catholic Child in a Catholic School", also jedes katholische Kind in eine katholische Schule. Was die Studie herausfand? Privatschulen sind einfach besser. Tenor: Länder mit einem hohen Anteil von Schülern an Privatschulen erreichen im internationalen Vergleich bessere Bildungsleistungen. Außerdem wollen sie herausgefunden haben, dass ein hoher Privatschul-Anteil die Staatsausgaben für Bildung senkt - was vielleicht dadurch erklärbar wird, dass in Privatschulen meist Schulgeld zu bezahlen ist.

Man mag das bewerten wie man will. In einem interessanten Detail widerspricht sich die Studie jedoch selbst: Ausgerechnet Pisatest-Sieger Finnland weist einen besonders geringen Anteil an Privatschülern auf. Dieses Faktum nicht zu verschweigen war wiederum ehrlich.