Zum Hauptinhalt springen

Macht über Märkte

Von Christine Zeiner

Wirtschaft

Diskussion über Globalisierung. | Wien. Wer ist für das wirtschaftliche Ungleichgewicht in der Welt verantwortlich? Anlässlich der Filmpremiere von "We feed the world" am Mittwochabend diskutierten darüber Jean Ziegler, UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, und Franz Fischler, ehemaliger EU-Landwirtschaftskommissar.


Hinweis: Der Inhalt dieser Seite wurde vor 18 Jahren in der Wiener Zeitung veröffentlicht. Hier geht's zu unseren neuen Inhalten.

"Jeder glaubt: Er ist nicht das entscheidende Rad. So kommen wir nicht weiter. Wir müssen uns fragen, wie wir dieses System ändern können", sagte Fischler. Konzernen allein könne nicht die Schuld gegeben werden: "Vorstände sind oft von Analysten Getriebene, die die jeweiligen Aktien bewerten." Fischler setzt auf die Macht der Konsumenten und auf faireren Handel. Er sei etwa dafür eingetreten, die Exportsubventionen zu senken. Diese seien mitverantwortlich dafür, dass viele traditionelle Agrarsysteme zerstört würden. "Die Macht eines EU-Kommissars sollte aber nicht überschätzt werden." Fischler sprach sich außerdem für die Einführung der Tobin-Steuer auf spekulative Finanzgeschäfte aus.

Als Bürger könne man einen Politikwechsel erzwingen, meinte Ziegler. "Die Zivilgesellschaft ist eine unglaubliche Hoffnung."