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Machtkampf um Hotelbetten-Verkauf

Von Sophia Freynschlag

Wirtschaft

Hoteliers kritisieren geplante Änderungen bei Buchungsplattform HRS.


Wien. Hoteliers ist die Marktmacht von Online-Buchungsplattformen wie HRS ein Dorn im Auge. Das deutsche Unternehmen hat angekündigt, ab 1. März die Allgemeinen Geschäftsbedingungen zu ändern. Dabei wird die Kommission, die Hoteliers zahlen müssen, auf HRS und den Töchterunternehmen Tiscover und hotel.de um zumindest ein Viertel auf 15 Prozent erhöht. Außerdem verlangt HRS eine Bestpreisgarantie: Hoteliers dürfen Zimmer auch nicht auf der Hotel-Website oder über Diskonter günstiger anbieten.

Bei der Österreichischen Hoteliervereinigung beschweren sich viele Hoteliers über die Änderung. Die Facebook-Gruppe "HRS-freie Woche", an die sich mehr als 800 Hoteliers angeschlossen haben, wurde vom Gründer gesperrt. Der Online-Marketing-Unternehmer Christoph Biallas begründet das damit, dass ihm "die Sache zu heiß" wurde und dass Sachen erwähnt wurden, "die für mich als Unternehmer und Privatmann den Ruin bedeuten könnten, wenn HRS dagegen vorgehen würde". Nun hat Biallas das "Diskussionsforum neue Hrs-Agb" auf Facebook eröffnet.

HRS beantwortet Fragen in einem Blog. Dort begründet das Unternehmen die höhere Kommission damit, dass die vielfältiger und komplexer werdende Hotel-Vertriebslandschaft zu steigenden Vertriebskosten führe und zusätzliche Investitionen in Technik und Personal erfordere. Die Bestpreis-Garantie sei heute handelsüblicher Marktstandard.

Provisionen sind Kostentreiber im Vertrieb, heißt es in einem Bericht der Kohl & Partner Hotel-und Tourismusberatung. Für den Kunden bleibt der Preis stabil, dem Hotelier fehlen aber 15 bis 30 Prozent seines Umsatzes.