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"Made in EU" noch nicht fix

Von Sissi Eigruber

Wirtschaft

Diskussionen um die Abschaffung von nationalen Herkunftszeichen für Produkte und die Einführung eines neuen Kennzeichens "Made in EU" haben in den vergangenen Tagen die Gemüter erhitzt. Brüssel versucht nun zu beruhigen.


Die EU-Kommission habe derzeit keine Vorschläge in der Lade, mit denen die Kennzeichnung "Made in Austria" verboten würde. Denn derzeit gebe es überhaupt noch keine Vorschläge zur Einführung des Kennzeichens "Made in the EU", betonte gestern die Sprecherin von EU-Handelskommissar Pascal Lamy, Arancha Gonzalez. Es sei noch völlig offen, ob es überhaupt einen Vorschlag geben werde und wie er dann aussehen könnte.

Anzumerken ist dabei, dass das Herkunftszeichen (mind. 50% der Wertschöpfung in Österreich) "Made in Austria", also das rot-weiß-rote "A" bereits seit einem Jahr von den Produkten verschwunden ist und nur mehr als "reines werbliches Orientierungszeichen" verwendet wird. Seither dürfen "alle Mitglieder der Wirtschaftskammer Österreich und Freiberufler, die im Interesse der österreichischen Wirtschaft tätig sind", das rot-weiß-rote A nutzen. Es ist damit kein Qualitäts- oder Gütezeichen mehr und darf nicht mehr zur Produktkennzeichnung verwendet werden.

Das "Austria Gütezeichen" hingegen (rot-weiß-rotes A auf goldenem Grund) ist "ein Qualitätskennzeichen", erklärt Viktor Seitschek von der Österreichischen Arbeitsgemeinschaft zur Förderung der Qualität (ARGE Qualitätsarbeit) gegenüber der "Wiener Zeitung". "Die Produkte werden einer periodischen Qualitätsüberprüfung unterzogen, und die Wertschöpfung muss zu mehr als 50% in Österreich stattfinden", sagte Seitschek. Er ist generell für die Beibehaltung von nationalen Kennzeichnungen, denn: "Wenn Sie eine ungarische Salami kaufen wollen, möchten Sie ja sicher sein, dass sie aus Ungarn ist".

Die EU-Kommission prüft jedenfalls zur Zeit, ob Regeln für eine EU-Bezeichnung überhaupt sinnvoll sind, und ob sie allenfalls nur freiwillig oder nur auf einzelne Produkte beschränkt eingeführt werden sollten. Ende Februar oder Anfang März könnte es konkrete Vorschläge geben. Derzeit ist die Verwendung dieser Bezeichnung nicht geregelt. Manche Produzenten greifen daher bereits darauf zurück.