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Madeira ist nicht Cristiano Ronaldo

Von Christoph Rella

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Wie tickt Cristiano Ronaldo? Um sich ein Bild zu machen, genügt ein Blick auf seinen Instagram-Account. Zwar geht es da auch um Fußball, dominiert werden die Bilderstrecken aber vielmehr von Ronaldos Muskeln, Unterhosen und Oberkörper. Der Mann weiß halt, wie man auch abseits des Rasens Aufmerksamkeit erregt, die Bekanntheit steigert und den Rubel zum Rollen bringt. Fast wie ein Fremdkörper mutet daher ein Posting von der Vorwoche an, in welchem der Real-Madrid-Star einen Tourismus-Film über seine Heimat Madeira bewirbt. "Seht Euch das neue Video über den Ort an, wo ich geboren bin!", schrieb er und generierte damit prompt 2,2 Millionen Aufrufe, 774.000 Likes und 6000 Kommentare.

Für die Touristiker auf Madeira sind solche Postings Gold wert. Was auch gut erklärt, warum der Kicker-Star auf der Atlantikinsel derart auf den Schild gehoben wird. Hatte man Madeira früher noch mit Wein oder den dorthin exilierten österreichischen Kaiser Karl in Verbindung gebracht, so ist es heute der beste Fußballer der Welt. Ihm zu entkommen, scheint auch unmöglich, erinnern doch mittlerweile eine Statue, ein Platz, ein Hotel und nun auch der internationale Flughafen der Insel - hier hatte die Enthüllung einer angeblich hässlichen Büste des Stars für Häme gesorgt - an Ronaldos Namen. Ob dieser Kult allerdings dazu beitragen wird, mehr (jüngere) Besucher nach Madeira zu locken, ist eher zu bezweifeln. Strände, Party oder Riesen-Fußballarenen sucht man auf der eher bei Pensionisten beliebten Felseninsel vergeblich. Wer hier up to date sein möchte, der ist auf Ronaldos Instagram-Seite wohl besser aufgehoben.