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Magna lagert Logistik aus

Von Veronika Gasser

Wirtschaft

Die komplette Logistik für Magna Steyr Fahrzeugtechnik in Graz wird ab Juli von Müller - Die lila Logistik AG erbracht. Der deutsche Dienstleister, der hierzulande noch unbekannt ist, konnte sich damit einen Großauftrag in der Höhe von 65 Mill. Euro für die nächsten sechs Jahre sichern.


Bereits seit November 2003 berät Müller die Neuordnung der gesamten Logistikkette. Bis Juli wird Magna Steyr selbst die Prozesse weiterführen, danach müssen dies die Deutschen tun.

Das Magna-Logistikareal bei Graz hat 50.000 m². Hierher werden mehrere Tausend Einzelteile von diversen Zulieferern angekarrt, die bis zur weiteren Verwendung eingelagert werden müssen. Die Steuerung dieser komplexen Vorgänge wird mit 220 Mitarbeitern bewerkstelligt. Müller ist bereit, im Zuge der Auslagerung die ehemaligen Magna-Beschäftigten zu übernehmen. Auch die Beratung der Lieferantensteuerung bis zum Werk gehört zu Müllers Aufgaben. "Im Zuge unserer Strategie die Kunden an deren Produktionsstandorte zu begleiten, werden wir die erste Tochtergesellschaft in Österreich eröffnen und damit 2004 weiter wachsen", lässt Michael Müller, Chef der lila Logistik, wissen.

Über den lila Müller

Die Unternehmensgruppe wurde 1991 von Michael Müller in Besigheim bei Stuttgart gegründet, damals mit nur drei Mitarbeitern. Mittlerweile, auch dank des Magna-Auftrags, sind es mehr als 1.000 Mitarbeiter an elf Standorten in Europa. Acht Lager befinden sich in Deutschland, eines in Polen. In Ungarn und Rumänien gibt es je ein Beratungsbüro. Der Vorjahresumsatz des deutschen Logistikers ist angesichts des Neuauftrags mit 60 Mill. Euro niedrig.

Doch im Zuge weiterer Wachstumsstrategien wurde im Februar ein Joint-Venture mit der Vedes Logistik GesmbH, einer Tochter der deutschen Spielwaren-Einkaufsgenossenschaft Vedes AG von der 1.100 Fachhändler beliefert werden, gegründet.

Magna Österreich

Magna Steyr bei Graz produziert für Hersteller wie Daimler-Chrysler, BMW und Saab. Die Magna-Tochter setzte im Vorjahr 2,2 Mrd. Euro um und konnte damit den Umsatz 2003 um 40% überholen. Neue Modelle, aber auch der schwache Dollar gaben hierfür den Ausschlag. Der Gewinn erhöhte sich auf 47 Mill. Euro, die Brutto-Margen sanken jedoch wegen hoher Anlaufkosten für Saab. Im vergangenen Jahr wurden 119.000 Autos produziert. Heuer will der neue Magna-Steyr-Vorstand Manfred Remmel, dass 200.000 das Grazer Werk verlassen. Ein Teil der Automobilentwicklung soll künftig in China erbracht werden. Auch die Montage ganzer Fahrzeuge nach China zu verlagern, wird vom Vorstand erwogen. Dabei will Magna auch Bestandteile für die hundert lokalen Autofirmen bereitstellen.

Magna International

Der kanadische Konzern Magna International musste im Vorjahr die Entertainment-Sparte (Pferdewetten und TV-Übertragungen) auslagern. Dies brachte dem Austrokanadier Frank Stronach einen Gewinnrückgang von 70 Mill. Euro. Der schwache Dollar und zusätzliche Geschäfte machten dies jedoch wieder wett und ließen den operativen Gewinn um 10% auf 1 Mrd. Dollar (rund 800 Mill. Euro) steigen.