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Makelvoll ist auch nicht so einfach

Von Christina Böck

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Es war diese typische ungeschlachte Uncharmanz, die "Wetten dass..?"-Bestatter Markus Lanz einfach nicht ablegen kann. In seiner Nacht-Talkshow sagte er vergangene Woche zu TV-Moderatorin Barbara Schöneberger, als die Rede von Schönheitswahn war: "Aus der Phase bist du wirklich raus, oder? Du arbeitest nicht mehr an deiner Figur." Diese Unverschämtheit, die nichts anderes heißt als: "Du hast dich ja wohl mit deiner Wampe und deinem Doppelkinn abgefunden", nahm Schöneberger mit der ihr eigenen Larmoyanz. Sie schrie: "Doch! Wie verrückt! Ich mache alles!"

Das brachte nun einen anderen Widerspruch recht schön auf den Punkt. Schöneberger saß nämlich in dieser Sendung, um ein neues Magazin zu promoten, das nicht nur ihren Namen trägt, sondern auch von ihr mitgestaltet wird. Und dieses Magazin "Barbara" soll die Unperfektheit feiern. Dass das in der Lifestyle-Periodika-Branche eine tüchtige Herausforderung ist, zeigte sich schon bei den Vorab-Anzeigen. Da blies die Schöneberger eine Kaugummiblase auf. Als wohl einzige Frau der Welt, die das mit schlankem Gesicht schafft. Und mit makellosem Teint ohne eine einzige Pore. Der Fairness halber muss man sagen, dass die Zeitschrift selbst wirklich mit aller Kraft versucht, nicht wie viele andere Frauenmagazine vorne die Selbstakzeptanz zu predigen und hinten die Diätrezepte aufzufahren. Es gibt sogar Fotos von Frauen mit dicken Oberschenkeln! Gar nicht schlecht für ein Produkt, das das karge Team der Magazinschwester "Brigitte" auf die Beine stellt. Bei dem der Verlag Gruner & Jahr aus Spargründen vor einem Jahr alle Textredakteure entlassen hat.