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Malta: Kritik an Flüchtlingslager

Von WZ-Korrespondentin Angela Huemer

Politik

UNHCR: Schubhäftlinge in Minizelle zusammengepfercht. | La Valetta. Das UN-Flüchtlingshochkommissariat (UNHCR) hat im Rahmen der Blockade des spanischen Fischerbootes skandalöse Zustände im Festhaltelager Lyster-Barracks in einem Dorf nahe der Hauptstadt von Malta aufgedeckt.


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"Als wir zwei Frauen und ein Kind, die vom spanischen Fischerboot geborgen worden waren, besuchten, entdeckten wir zufällig, dass elf Afrikaner in einem 3x2,5 Meter großem Raum ohne Licht und sanitäre Einrichtungen eingeschlossen waren", erzählt Neil Farzon, ständiger UNHCR-Vertreter auf Malta. Die Afrikaner verschiedener Nationalität seien, so Farzon, schon einige Tage eingesperrt gewesen. Nach Protesten sei die einzige Verbesserung gewesen, dass die Elf auf zwei Räume aufgeteilt worden seien.

Mittlerweile, so Farzon, wurden sie in einen anderen Teil des Lagers verlegt. Der Verantwortliche, Offizier Gatt, hat auf eine Anfrage der "Wiener Zeitung" bislang nicht reagiert.

Roland Schönbauer, Pressesprecher des UN-Flüchtlingshochkommissariats in Wien, wies angesichts dieser dramatischen Schubhaftzustände darauf hin, dass die Inhaftierung von Asylsuchenden, wenn überhaupt, nur für einen kürzest möglichen Zeitraum zur Identifizierung der Betroffenen akzeptabel sei.