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Man beißt nicht in die Hand, die einen füttert

Von Christoph Rella

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Der erst im Juni neu gewählte Bürgermeister der Gemeinde Maria Enzersdorf bei Wien ist nicht gerade zu beneiden. So mag er zwar froh sein, ein so großes und wichtiges Unternehmen wie den Bundesligisten Admira Wacker auf seiner Steuerliste stehen zu haben - spülen doch allein die Kommunalabgaben jährlich tausende Euros in die eigene Gemeindekassa. Wenn aber eben dieses Unternehmen seiner Zahlungspflicht nicht nachkommen will oder kann, wird die Angelegenheit komplex. Was tun? Fordert der gute Mann das Geld nicht ein, handelt er sich womöglich eine Anzeige bei der Gemeindeaufsicht ein. Stellt er aber die Summe fällig, läuft die Gemeinde Gefahr, einen Konkurs des Unternehmens und damit den Verlust ihrer Forderungen zu riskieren.

Auch wenn die Admira von einer Zahlungsunfähigkeit noch etwas entfernt ist, wirklich gescheit ist man das Problem vonseiten der Gemeinde nicht angegangen. Anstatt gleich miteinander zu reden und das Problem auf dem Weg einer Zahlungsvereinbarung auf Raten - wie nun beschlossen - zu lösen, hat man stattdessen gleich den Exekutionsantrag bei der Bundesliga gestellt. Dabei hätte man doch wissen müssen, welche Folgen -Lizenzverstoß inklusive Punkteabzug -das haben würde. Sich jetzt aber hinzustellen und die Bundesliga für die "unverhältnismäßige" wie "existenzbedrohende" Bestrafung der Admira verantwortlich zu machen und im Nachhinein die Aufhebung zu fordern, zeugt nicht gerade von Kompetenz und Feingefühl. Man beißt nicht bei der ersten Gelegenheit in die Hand, die einen füttert.