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"Manda, s isch Zeit" in Tirol

Von Katharina Schmidt

Politik

Fritz Dinkhauser will die ÖVP und das Land Andreas Hofers umkrempeln. | Innsbruck. Fritz Dinkhauser ist wild entschlossen. Der Präsident der Tiroler Arbeiterkammer (AK) und ÖVP-Arbeitnehmervertreter will bei der Landtagswahl 2008 jedenfalls mit einer eigenen Liste namens "Für Tirol" antreten. Wie berichtet, macht Dinkhauser damit dem amtierenden Landeshauptmann aus den eigenen Reihen, Herwig van Staa, Konkurrenz. Im Gespräch mit der "Wiener Zeitung" erklärt der streitbare ÖAABler, warum.


"Nicht nur mir, sondern auch vielen Tirolern ist die derzeitige ÖVP-Politik zu eng", sagt Dinkhauser. Daher verliere die Volkspartei immer mehr Wähler in Tirol - in den Worten des AK-Chefs: "Die Felle der ÖVP schwimmen den Inn hinunter." Viele Stimmen gingen an Nichtwähler verloren.

"ÖVP-Felle schwimmen den Inn hinunter"

Genau das will Dinkhauser jetzt ändern: "Wir brauchen eine offenere, liberalere, sozialere ÖVP", sagt er - und dabei sei es egal, ob sich an seiner neuen Liste auch bürgerliche Grüne oder Sozialdemokraten beteiligen. Ihm gehe es um die "Gesinnungsgemeinschaft".

Problematisch ist nach Ansicht des wortgewaltigen 67-Jährigen auch der Primat der Bauern in Tirol: Einerseits würden 50 Prozent der gesamten Wirtschaftsförderung in die Landwirtschaft fließen, andererseits seien 2000 Quadratkilometer Land in Besitz "einiger weniger Bauernfunktionäre." Weil er dieses Land den Gemeinden einverleiben will, wurde Dinkhauser bereits Kommunismus vorgeworfen. Er selbst sieht das freilich anders: "Es ist nachgewiesen, dass das Land im Eigentum der Bürger war, die Enteignung durch die Bauern ist Kommunismus."

Wegen seinen revoluzzerischen Ansichten aus der ÖVP austreten will Dinkhauser nicht. Auch, dass er "ausgetreten wird", glaubt er nicht - "es ist ja keine Sünde, eine eigene Liste zu gründen. Ich hoffe nicht, dass ich nach dem Hofer der nächste bin, der erschossen wird." 12