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Mangelberufe: Hundstofer rechnet mit 500 Zuwanderern

Von cra

Politik

Erleichterte Zuwanderung für 25 Berufe für Nicht-EU-Bürger. | Fachkräfteverordnung des Sozialministeriums fixiert Liste.


Wien. Für Fachkräfte aus Nicht-EU-Staaten aus 25 Berufen, in denen in Österreich ein Mangel besteht, gibt es eine erleichterte Zuwanderung. Geregelt wird dies mit der Fachkräfteverordnung, die Sozialminister Rudolf Hundstorfer am Donnerstag in Begutachtung geschickt hat. Damit werden jene Mangelberufe definiert, auf die sich die Sozialpartner nach intensiven Verhandlungen geeinigt haben.

Der Minister rechnet damit, dass mit der in seiner Fachkräfteverordnung enthaltenen Liste für Mangelberufe zur Einwanderung von Nicht-EU-Bürgern über die Rot-Weiß-Rot-Karte rund 500 Fachkräfte über diese Schiene nach Österreich kommen werden. Hundstorfer sieht darin eine "gute Lösung, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken", hieß es in seinem Büro zur APA.

Die Liste gilt nur für das heurige Jahr. Für 2013 will sich der Sozialminister bemühen, im Herbst eine neue Liste zu erstellen. Dass die Liste für heuer erst jetzt erstellt wurde, begründet er damit, dass die Öffnung des Arbeitsmarktes für sieben osteuropäische EU-Länder mit 1. Mai 2005 erfolgt ist und man ein Jahr zugewartet habe um zu sehen, ob sich der Fachkräftemangel vielleicht dadurch von selbst beheben würde. Die Begutachtungsfrist für die Verordnung läuft bis 13. Juni.

"Willkommenskultur"

Die Generalsekretärin der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Anna Maria Hochhauser, begrüßte die neue Fachkräfteverordnung als einen "weiteren wichtigen Schritt zur Öffnung des heimischen Arbeitsmarktes und damit zur Bekämpfung des Fachkräftemangels". Allerdings hielt sie in einer Aussendung fest, dass mit einer weiteren Verschärfung des Fachkräftemangels zu rechnen sei und es deshalb weitere Maßnahmen brauche - nicht zuletzt, um Zuwanderern eine "Willkommenskultur" und "gezielte Maßnahmen zur Förderung der Integration" zu bieten.

Erleichterte Zuwanderung für Nicht-EU-Bürger

Die Fixierung der Mangelberufsliste war der letzte offene Punkt der Rot-Weiß-Rot-Karte, die im Juli 2011 in Kraft getreten ist und die Zuwanderung von qualifizierten Nicht-EU-Bürgern regelt. Demnach soll es für 25 Berufe, in denen in Österreich akuter Fachkräftemangel herrscht, ein vereinfachtes Zuwanderungsverfahren geben: Beispielsweise braucht das AMS kein individuelles Ersatzkraftverfahren durchzuführen. Der Arbeitgeber muss den Kollektivvertrag und eine allfällige betriebsübliche Überzahlung gewährleisten. Als Mangelberufe gelten etwa Techniker für Maschinenbau und Starkstrom, Spengler, Schlosser, Zimmerer, Fräser, Dreher oder Elektroinstallateure.

Quoten-Regime abgelöst

Die Rot-Weiß-Rot-Karte ist seit knapp einem Jahr das Zuwanderungsinstrument für ausländische Arbeitskräfte aus dem Nicht-EU-Raum und hat mit 1. Juli 2011 das bisherige Quoten-Regime abgelöst. Seither gibt es keine genauen Zahlen mehr, wie viele Personen im darauffolgenden Jahr nach Österreich kommen dürfen. Stattdessen wird der Zugang zum Arbeitsmarkt mittels eines vorgegebenen Kriterienkatalogs geregelt. Für mitreisende bzw. nachkommende Familienangehörige gilt mit Ausnahmen die Verpflichtung, vor dem Zuzug Basisdeutschkenntnisse zu erwerben, für die Rot-Weiß-Rot-Karten-Besitzer nicht. Die Rot-Weiß-Rot-Karte wird für ein Jahr ausgestellt. In weiterer Folge kann je nach Vorliegen der besonderen Voraussetzungen auf eine "Rot-Weiß-Rot-Karte plus" oder eine "Niederlassungsbewilligung" umgestiegen werden. Der Antrag ist vom Antragsteller persönlich entweder bei der zuständigen Botschaft oder nach erlaubter visumfreier Einreise direkt bei der Inlandsbehörde einzubringen.

Die Liste der Mangelberufe enthält folgende 25 Berufe:

Fräser/innen
Dreher/innen
Dachdecker/innen
Techniker/innen mit höherer Ausbildung (Ing.) für Maschinenbau
Schweißer/innen, Schneidbrenner/innen
Bautischler/innen
Techniker/innen mit höherer Ausbildung (Ing.) für Feuerungs- und
Gastechnik
Bauspengler/innen
Elektroinstallateur(e)innen, -monteur(e)innen
Landmaschinenbauer/innen
Diplomingenieur(e)innen für Maschinenbau
Zimmer(er)innen
Sonstige Schlosser/innen
Sonstige Spengler/innen
Sonstige Techniker/innen für Maschinenbau
Techniker/innen mit höherer Ausbildung (Ing.) für Starkstromtechnik
Rohrinstallateur(e)innen, -monteur(e)innen
Bau- und Möbeltischler/innen
Sonstige Bodenleger/innen
Platten-, Fliesenleger/innen
Techniker/innen mit höherer Ausbildung (Ing.) für Datenverarbeitung
Holzmaschinenarbeiter/innen
Techniker/innen mit höherer Ausbildung (Ing.), soweit nicht
anderweitig eingeordnet
Werkzeug-, Schnitt- und Stanzenmacher/innen
Diplomingenieur(e)innen, soweit nicht anderweitig eingeordnet