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Männer werden stärker zur Kasse gebeten

Von Dieter Friedl

Wirtschaft

Die ständig steigende Lebenserwartung macht die Altersvorsorge, aber auch das Kranksein immer teurer. Private Rentenversicherungen werden im nächsten Jahr um 5 bis 8% bei Frauen und um 8 bis 15% bei Männern teurer - in einigen Fällen beträgt die Verteuerung sogar bis zu 20%.


Bei der privaten Krankenversicherung wird man 2 bis 3% mehr auf den Tisch legen müssen. Auf Grund der letzten Volkszählung wurden neue Sterbetafel ausgearbeitet, die als Basis für die Erstellung von Rententafeln verwendet werden. Weil vor allem gesündere Menschen sich für eine private Rentenversicherung entschließen, weichen die Rententafeln beträchtlich von den Sterbetafeln ab. Bei Frauen beträgt der Unterschied in der Kalkulation der Lebenserwartung mehr als 10 Jahre. Bei der Präsentation der neuen Kalkulationsgrundlagen vergangenen Donnerstag wurde klar, dass die Experten sich bereits vor einigen Jahren verschätzt haben, der Anpassungsbedarf ist größter als gedacht. Konkret heißt dies, dass sich für Frauen die Rentenzahlungen ab 2006 je nach Alter um 5 bis 8% verschlechtern werden, bei Männern um bis zu 15%.

Diese dramatischen Einschnitte kommen jedoch nur bei Rentenversicherungen ab 2006 zum Tragen, bei der klassischen Er-/Ablebensversicherung wird es kaum zu Änderungen kommen; Die reine Ablebensversicherung (etwa Kreditrestschuldversicherung) wird in der Prämiengestaltung günstiger, dafür wird es weniger Gewinnbeteiligung geben, sodass sich unter dem Strich ein Nullsummenspiel ergibt.

Auswirkungen wird es auch bei den Prämien in der Krankenversicherung geben, wo die längere Lebensdauer Kostensteigerungen hervorruft. UNIQA-Vorstand Elisabeth Stadler rechnet mit Prämienanpassungen von 2 bis 3%.

Da die Pensionsanpassungen nur für neue Verträge ab 2006, aber nicht für bereits bestehende vorgenommen werden können, müssen in den Versicherungsbilanzen die Rückstellungen beträchtlich aufgestockt werden. Damit nicht eine Jahresbilanz total verhagelt wird, dürfte dieser Rückstellungsbedarf auf fünf Jahre aufgeteilt werden.

Es gibt allerdings ein Schlupfloch. Wer über eine Rentenversicherung verfügt, hat bei Ablauf des Vertrages die Möglichkeit, auf die Verrentung zu verzichten und sich die Versicherungssumme bar auszahlen lassen. Davon machen 60% der Berechtigten Gebrauch, was bei der Berechnung der Rückstellungen einkalkuliert werden kann. Bei der klassischen Er-/Ablebensversicherung beträgt die Auszahlungsquote sogar 90%.