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Manroland Österreich vorerst gesichert

Von Kid Möchel

Wirtschaft

Rund 180 Jobs hängen an der Österreich-Tochter des Pleite-Konzerns.


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Wiener Neudorf/Offenbach. Bei Manroland Österreich, Tochter des insolventen deutschen Druckmaschinenherstellers Manroland (6500 Mitarbeiter) mit Sitz in Offenbach, herrscht nun Klarheit - zumindest über die nahe Zukunft. Am Montagnachmittag wurden die rund 60 Mitarbeiter in einer Betriebsversammlung in Wiener Neudorf über die Lage informiert.

"Für Österreich hat die Insolvenz unmittelbar keine Auswirkung, die Werke in Offenbach und Augsburg produzieren weiter, die Versorgung mit Maschinen und Ersatzteilen ist bis auf Weiteres gesichert", sagt Michaela Soritz, Marketingchefin von Manroland Österreich. "Der Betrieb in Österreich läuft wie gewohnt weiter. Wir werden unseren Verpflichtungen nachkommen und haben auch Bankkonten mit liquiden Mitteln." Nachsatz: "Wir hoffen, dass sich die Lage wieder beruhigt." Die Hausbank, UniCredit Bank Austria, sieht laut Soritz keine Veranlassung, die Kreditlinien zu verändern.

Wie die "Wiener Zeitung" berichtete, werden von Österreich aus auch die Enkelgesellschaften in Ost- und Südosteuropa gesteuert. Laut Soritz werden dort an die 120 Mitarbeiter beschäftigt, davon rund 60 in Polen, und etwa 30 in Tschechien sowie weniger als zehn Beschäftigte je in Slowenien, Kroatien, Rumänien und Bulgarien.

Vor allem die Geschäfte in Polen haben das Ergebnis der Österreich-Tochter positiv beeinflusst.

"Polen ist ein toller Markt, die haben uns im vorigen Jahr, was die Ergebnisabführungsverträge betrifft, herausgerissen", sagt Soritz. "Die haben 2010 superperformt."

Denn Manroland Österreich hatte zuvor schwere Zeiten durchgemacht. Wurden 2006 noch 28 Millionen Euro umgesetzt, waren es zwei Jahre später nur noch 21,15 Millionen Euro. Im Krisenjahr 2009 brach der Umsatz dann um rund 45 Prozent auf 11,79 Millionen Euro ein.

Indes sollen sich schon Interessenten für den deutschen Konzern beim Insolvenzverwalter gemeldet haben. Dem Vernehmen nach steht Manroland mit rund 150 Millionen Euro bei Banken in der Kreide, zu den Gläubigern soll die UniCredit München zählen.