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Marek krempelt die Wiener Volkspartei um

Von Brigitte Pechar

Politik
Christine Marek (48) ist seit März 2010 Wiener ÖVP-Obfrau. Foto: Sternisa

Christine Marek: "Zweckgemeinschaft mit FPÖ vorstellbar." | "Wiener Zeitung": Sie werden heute als Wiener Landtagsabgeordnete angelobt und übernehmen die Führung des ÖVP-Klubs im Rathaus. Werden Sie dort ab sofort einen Frontaloppositionskurs zu Rot-Grün fahren? | Christine Marek: Die ÖVP wird eine starke, präsente und kantige Oppositionspolitik machen und gleichzeitig Kontrollorgan der Stadtregierung sein. Wir wollen aber auch ein konstruktiver Ideengeber sein.


Dass die Einführung von WLan an öffentlichen Plätzen und die Vereinheitlichung der Ordnungsdienste - beides Forderungen der ÖVP - jetzt im Regierungsprogramm stehen, freut mich. Sonst findet sich dort wenig Innovatives.

Wie wirkt sich das Wahlergebnis auf die Parteifinanzen aus?

Sehr wesentlich, immerhin erhalten wir weniger Parteiförderung. Es wird eine zentrale Herausforderung sein, unsere Kapazitäten zu bündeln. Rathausklub und Landespartei mit Alfred Hoch als Landesparteigeschäftsführer werden stärker zusammenwachsen.

Führt das zu einer Umstrukturierung in den Bezirken?

Wir werden mit den Bezirken eine strukturelle Neuaufstellung diskutieren. Die Frage ist, wie wir in den Flächenbezirken präsenter sein können und in den innerstädtischen Bezirken effizienter werden.

Heißt das, dass Sie innerstädtische Bezirksorganisationen zusammenlegen?

Es muss nicht zu Zusammenlegungen kommen, wir werden mit den Bezirken besprechen, wie wir Synergien nutzen können. Jedenfalls werden wir auch die Bezirksvorsteher als Role-Models besser einbinden.

Werden Sie die ÖVP auch 2015 in die Wahl führen?

Ich habe zwei Ziele: Die Nationalratswahl 2013, weil auch Bundeswahlen nur in Wien gewonnen oder verloren werden, und die Wien-Wahl 2015. Dann muss klar sein, wofür wir stehen: für urbane, bürgerliche und moderne Politik. Die ÖVP muss für Bürgerliche Attraktivität haben.

Sie bilden gemeinsam mit der FPÖ die Opposition. Werden Sie mit Johann Gudenus zusammenarbeiten?

Wir sind sehr unterschiedliche Persönlichkeiten, das schließt aber eine Zweckgemeinschaft in punktuellen Sachfragen nicht aus. Wir sind inhaltlich weit auseinander, aber wo es gemeinsame Interessen gibt, gibt es eine gemeinsame Achse.

Wird die Wahlrechtsänderung eine solche Achse sein?

Ja, wir bringen schon heute einen Antrag auf Wahlrechtsänderung ein. Und zwar in derselben Form, wie das von Grünen-Chefin Maria Vassilakou unterzeichnet wurde. Da wird sich weisen, was eine grüne Unterschrift wert ist. Ich bin gespannt, mit welchen Argumenten die Grünen das ablehnen.