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Maria Theresias Schlafzimmer

Von Anton Silhan

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Hat man einen Termin beim Bundespräsidenten in der Wiener Hofburg, sollte man nicht zu knapp kommen, denn vom Eingang am Bellariator des Ballhausplatzes, vis-à-vis des Bundeskanzleramts, geht es erst einmal die weite Treppe hinauf, und dann dauert es immer noch eine geraume Weile, bis der lange Flur durch die prunkvolle Zimmerflucht bis zur Präsidentschaftskanzlei durchschritten ist.

Seit 1946 ist hier der Amtssitz des österreichischen Bundespräsidenten. Das "Österreich-Bild" ("Im Glanz der Hofburg - Die Präsidentschaftskanzlei", Sonntag, ORF 2; Wh. Donnerstag, 12 Uhr, ORF 2) gab aus aktuellem Anlass Einblick in die gar nicht so bekannte Örtlichkeit im Zentrum der Bundeshauptstadt. Einst war hier Maria Theresia zu Hause. Ihr Bild findet sich heute noch in jenem Raum, der als einer der wenigen der Präsidentschaftskanzlei aus den Medien bekannt ist: das Empfangszimmer des Bundespräsidenten. Hier werden Regierungen angelobt, Staatsbesuche empfangen und Beglaubigungsschreiben von Botschaftern entgegengenommen. Einst war dieser Raum das Schlafzimmer Maria Theresias, zuletzt auch ihr Sterbezimmer.

Der Prunk aus der Entstehungszeit dieses Hofburg-Trakts in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts ist nur mehr in Spuren sichtbar. Prunkstück ist die astronomische Standuhr im Maria-Theresien-Zimmer (mit einem Zeiger, der gegen den Uhrzeigersinn läuft), die die Mondphasen zeigt und die Tagesheiligen angibt. Maria Theresia musste wohl in den Spiegel schauen, um zu wissen, wie spät es ist. Die Doku von Hermann Sternath vom Landesstudio Wien ließ es aber nicht bei Prunk und Kuriosa bewenden, sondern schwenkte thematisch auch auf die Arbeit des Bundespräsidenten, dem zur Erfüllung seiner Aufgaben eine Reihe von Mitarbeitern zur Verfügung steht.