Zum Hauptinhalt springen

Marsch gegen Rechts

Von Jürgen Öeder

Politik

Berlin - Der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder hat zum "Aufstand der Anständigen" aufgerufen. Die Bürger sollen bei der Demonstration heute, Donnerstag, dem 62. Jahrestag der Reichspogromnacht, in Berlin Front gegen den "rassistischen Pöbel" machen.


Hinweis: Der Inhalt dieser Seite wurde vor 23 Jahren in der Wiener Zeitung veröffentlicht. Hier geht's zu unseren neuen Inhalten.

Mit dem Wort vom "Aufstand der Anständigen" macht der Kanzler der extremen Rechten einen Begriff streitig, den sie bislang für sich beanspruchte. Am 9. November 1938 hatten die Nationalsozialisten in der Reichspogromnacht in ganz Deutschland jüdische Einrichtungen zerstört.

Bis zu 100.000 Menschen werden heute in Berlin zu der Großdemonstration gegen den Rechtsextremismus unter dem Motto "Wir stehen auf für Menschlichkeit und Toleranz" erwartet. Sie wird von Politikern, Kirchenvertretern sowie Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden unterstützt.

Angeführt wird der Demonstraionszug von der Synagoge zum Brandenburger Tor von Bundespräsident Johannes Rau, Kanzler Schröder und allen Parteichefs. Die Demonstration soll mit einer Kranzniederlegung an der Neuen Synagoge in der Oranienburger Straße im Bezirk Mitte am späten Nachmittag beginnen. Anschließend ist ein Schweigemarsch zum Brandenburger Tor geplant, wo die Kundgebung stattfinden soll. Dort werden dann Rau und der Präsident des Zentralrats der deutschen Juden, Paul Spiegel, sprechen. Nach den Reden wird die Staatskapelle Berlin unter der Leitung von Daniel Barenboim die Fünfte Symphonie von Beethoven spielen.

Gestern, Mittwoch, hatte die Regierung Schröder den Verbotsantrag gegen die rechtsextreme NPD beschlossen. Das Datum war kaum zufällig gewählt.