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Masseverwalter punkten bei der AvW Invest AG gegen die Finanz

Von Kid Möchel

Wirtschaft

AvW Invest erhielt 7,4 Millionen Euro zurück, Gruppe soll 64 Millionen zahlen.


Klagenfurt. Die AvW-Masseverwalter Gerhard Brandl und Ernst Malleg haben sich in Sachen AvW Invest AG bei der Finanz durchgesetzt. Im Juni 2010 hatte das Finanzamt eine Betriebsprüfung der Jahre 1998 bis 2008 eröffnet, kürzlich wurde das Verfahren mit rechtskräftigen Bescheiden geschlossen. Das Ergebnis ist eine Steuergutschrift in Höhe von 7,974 Millionen Euro. Nach Abzug einer Forderung des Finanzamts von 537.500 Euro wurden auf das Massekonto rund 7,437 Millionen Euro überwiesen.

"Es ist schön, dass wir nicht immer nur Prügel kriegen, und erfreulich, wenn man auch gute Nachrichten verbreiten kann", sagt Wirtschaftsprüfer Malleg zur "Wiener Zeitung". "Bei der AvW Invest hat die Finanz eingesehen, dass es Gewinnverschiebungen von der AvW Gruppe zur AvW Invest gegeben hat, das konnten wir nachweisen. AvW Invest wäre sonst schon im Jahr 2001 pleite gewesen." Nachsatz: "Das ist ein riesiger Erfolg."

Er kenne in 35 Berufsjahren keinen einzigen ähnlichen Fall, sagt Malleg. Bei der AvW Gruppe AG hat die Finanz laut dem Masseverwalter einen Bescheid erlassen, wonach 64 Millionen Euro Forderungen seitens der Finanz bestehen. "Das ist ein großes Missverständnis. Wir bekämpfen diesen Bescheid und gehen davon aus, dass das mit null festzustellen ist", sagt Malleg.

"Die wollen einen Gewinn besteuern, den es nicht gab"

"Die Finanz hat die völlig irrige Meinung, das im Weg einer Einnahmen-Ausgaben-Rechnung bemessen zu können", so der Masseverwalter, der hinzufügt: "Die wollen einen Gewinn besteuern, der tatsächlich nicht gegeben war." Denn: AvW war ein Schneeballsystem. Auch wenn die Masseverwalter im Berufungsverfahren nicht Recht bekommen - womit Malleg allerdings nicht rechnet -, hat die Finanz dann nur eine Konkursforderung, die mit der Gläubigerquote zu bedienen ist.