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Massive Gewinne an Europas Börsen

Von WZ Online

Wirtschaft

Größtes ATX-Plus seit 2008. | Wien. Die Wiener Börse hat am Montag in Reaktion auf das Notfallpaket für die Eurozone von EU und IWF mit massiven Gewinnen geschlossen. Der ATX stieg um 210,37 Punkte oder 9,10 Prozent auf 2.522,14 Einheiten. Damit verbuchte der Wiener Aktienindex den größten prozentuellen Tagesgewinn seit Herbst 2008 und den viertgrößten Tagesgewinn seiner Geschichte.


Die tatsächliche Entwicklung des ATX lag am Montag rund 137 Punkte über der Händlerprognose im APA-Konsensus von 2.385 Punkten. Zum Vergleich die wichtigsten Börsenindizes um 17.30 Uhr MEZ: Dow Jones/New York +4,01 Prozent, DAX/Frankfurt +5,29 Prozent, FTSE/London +5,16 Prozent und CAC-40/Paris +9,65 Prozent.

Auch an anderen Börsen in Europa hatte das am Wochenende beschlossene Euro-Notfallpaket für fulminante Kursgewinne und damit eine Erholung von der jüngsten Korrektur gesorgt. EU und IWF hatten sich in der Nacht auf Montag auf einen 750 Mrd. Euro schweren Rettungsschirm für strauchelnde Euro-Länder geeinigt, um die Gemeinschaftswährung Euro vor Spekulationsangriffen auf den Finanzmärkten zu schützen.

Massive Gewinne für Bankenwerte

Stark nach oben ging es in Folge europaweit vor allem mit den Bankenwerten. Auch in Wien sahen die beiden Bankenschwergewichte Erste Group (plus 15,18 Prozent auf 32,25 Euro) und Raiffeisen International (plus 17,50 Prozent auf 36,53 Euro) massive Gewinne. Bankenwerte hatten zuletzt besonders unter der griechischen Schuldenkrise und den Ängsten vor einem Übergreifen auf andere Länder gelitten.

Aber auch fast alle anderen Aktien im Wiener prime market konnten stark zulegen. Unter den ATX-Schwergewichten stiegen voestalpine um 10,83 Prozent auf 26,60 Euro. OMV legten 6,82 Prozent auf 26,00 Euro zu. Telekom Austria gewannen 6,43 Prozent auf 9,76 Euro. Zweistellige Pluszeichen sahen auch Immofinanz (plus 10,34 Prozent auf 2,88 Euro) sowie am Tag vor Vorlage ihrer Quartalszahlen Intercell (plus 10,61 Prozent auf 18,25 Euro).

Aktienhändler zeigten sich am Montag allerdings skeptisch über die Nachhaltigkeit der guten Börsenstimmung. Nach einer scharfen Korrektur im Zuge der Griechenlandkrise habe der Beschluss des Notfallpakets nun zu einer ebenso scharfen Erholung geführt, hieß es am Markt. Es sei derzeit nicht abschätzbar, ob diese Rally nun weiter geht.

Das Paket richte sich zwar gegen die Auswirkungen der Schuldenkrise auf den Euro, die zu Grunde liegenden Budget-Probleme einiger Länder seien damit aber noch lange nicht gelöst, meinte ein Händler. "Das jetzt war nur ein Maßnahmenpaket um die Auswirkungen auf Euro und Anleihenmarkt zu stoppen. Aber die Budgets sind ja das eigentliche Hauptproblem", so der Händler.

Ambivalent wurden von Händlern und Analysten auch die Maßnahmen der Europäische Zentralbank (EZB) aufgenommen. Die EZB hat erstmals seit der Euro-Einführung Staatsanleihen von Euro-Ländern gekauft. "Diese Maßnahme hat am Montag sicher auch gestützt", hieß es am Markt. Die Glaubwürdigkeit der EZB und ihres Fokus auf Preisstabilität könnte unter dieser Maßnahme aber auf längere Sicht leiden, meinten mehrere Analysten am Montag.

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