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Medaillenjubel statt Gold-Frust

Von Christian Mayr

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WZ  Christian Mayr
WZ  Christian Mayr
© Wiener Zeitung

Wer in den vergangenen Wochen die Sport-Nachrichten nur oberflächlich verfolgt hat, der musste zwangsläufig den Eindruck gewinnen, die rot-weiß-roten Schnee-Athleten seien unfähig zu gewinnen und sammelten statt Goldmedaillen vorzugsweise nur jene in Blech. Dabei zeigt sich nun, nachdem die drei großen Welt-Titelkämpfe (alpin/nordisch/Snowboard+Skifreestyle) vorbei sind, ein ganz anderes Bild: Denn die ÖSV-Athleten haben insgesamt einen wahren (und warmen) Medaillenregen empfangen, der Vergleiche mit historischen goldenen Zeiten nicht zu scheuen braucht. Zwar gab es weder bei der Alpin-WM, noch bei der am Sonntag zu Ende gegangenen nordischen in Planica das erhoffte Gold, dafür errang man da wie dort mit je sieben Mal Edelmetall (0/3/4 bzw. 0/2/5) eine respektable Ausbeute.

Das Gold gab es dafür für die österreichischen Snowboarder in Georgien: für Anna Gasser (Big Air), Jakob Dusek (Boarder-Cross) und Andreas Prommegger (Slalom). Mit 13 Medaillen (3/6/4) war Rot-Weiß-Rot in Bakuriani die klare Nummer eins. Rechnet man nun diese drei Großveranstaltungen zusammen, hat Österreich satte 27 Medaillen gehamstert - ein solches Ergebnis gab es selbst bei Winter-Olympia noch nie (2006 war das Maximum mit 23 Medaillen).

Jetzt mag man natürlich einwenden, dass Olympia anderen Gesetzen folgt und einige WM-Bewerbe gar nicht olympisch sind (etwa der Snowboard-Slalom), auf der anderen Seite gewann der ÖSV auch eindrucksvoll die Blechwertung mit gleich 13 Mal Rang 4. Entgegen der Stimmungslage war es daher sicher kein mäßiger WM-Winter.