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Medizin-Studium ohne Flaschenhals

Von Heiner Boberski

Politik

Reduktion der Studienplätze soll Drop-out-Rate verringern. | Ärztemangel aber nicht zu befürchten. | Wien. An den Medizin-Unis Innsbruck (MUI) und Wien (MUW) soll es, so Bernd Matouschek, Pressesprecher der MUW im Gespräch mit der "Wiener Zeitung", "keinen Flaschenhals und keine Warteliste" mehr geben. Die Drop-out-Rate, die jahrelang über 50 Prozent betragen habe, werde stark sinken. Das steht im Hintergrund, wenn im nächsten Studienjahr nur noch 720 statt zuletzt 1560 Studierende an der MUW beginnen dürfen, an der Medizin-Uni Innsbruck (MUI) nur 340 statt zuletzt 550. Davor müssen sich, wie jüngst berichtet, alle Bewerber am 7. Juli 2006 einem in der Schweiz entwickelten Test unterziehen, der speziell die Eignung für das Medizin-Studium feststellen soll.


Matouschek betont, dass die Zahl der Medizin-Absolventen und künftigen Ärzte nicht sinken wird. Der Österreich-Bedarf von rund 1200 Jungärzten pro Jahr werde von Wien, Innsbruck und Graz, wo man noch an der bisherigen Studieneingangsphase festhält, gedeckt. Ein Fragezeichen sei nur der Ausländeranteil, aber diese Frage müsse auf EU-Ebene gelöst werden.

Zum Verständnis: Nach dem ersten Studienabschnitt stehen in Wien nur 600 Praktikum-Plätze zur Verfügung, die viele nicht oder erst nach Wartezeit erreichten. Der Test davor wurde für viele Studierende zur Knock-out-Prüfung. Nun erwartet man, gestützt auf Erfahrungen im Ausland, dass von den 720 ausgetesteten Anfängern etwa 85 Prozent ohne Zeitverzögerung das Medizin-Studium absolvieren werden.