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Mehr Autonomie für Grönland

Von WZ Online

Europaarchiv

Die Bevölkerung von Grönland hat sich mit großer Mehrheit für eine weitergehende Unabhängigkeit von Dänemark ausgesprochen. Damit tritt eine erweiterte Selbstverwaltung in Kraft, die den Einwohnern das Eigentum an den Naturschätzen einräumt. Zudem werden die Grönländer als eigenes Volk und Grönländisch als Landessprache anerkannt.


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Für die rund 39.000 Wahlberechtigten - zumeist Inuit - sind nun Polizei, Justiz und Umweltbehörden auf der größten Insel der Welt zuständig und nicht mehr Behörden in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen. Außerdem wurden in dem Referendum Richtlinien über die Aufteilung der erhofften Einnahmen aus Ölvorkommen vor der Küste dargelegt. Die Abstimmung galt als wichtiger Schritt zu einer völligen Unabhängigkeit Grönlands von Dänemark. Der Ministerpräsident der Insel, Hans Enoksen, hofft nun auf eine "strahlende Zukunft" für sein Land.

Dem Entwurf zufolge soll Grönland pro Jahr die ersten 75 Millionen Kronen (rund 100 Millionen Euro) aus künftigen Öleinnahmen behalten dürfen. Was darüber hinaus geht, wollen sich Grönländer und Dänen je zur Hälfte teilen. Im Gegenzug laufen die dänischen Subventionen von derzeit umgerechnet 460 Millionen Euro jährlich aus, die zwei Drittel der grönländischen Wirtschaft ausmachen.

Die Bohrungen nach Öl vor Grönland haben 1971 begonnen und bisher keine nennenswerte Vorkommen zu Tage befördert. Doch hoffen die Grönländer immer noch auf Wohlstand durch den Fund von Öl oder Mineralien.

Grönland ist seit 1953 gleichberechtigter Teil Dänemarks. Seit 1979 besitzt die ehemalige Kolonie bereits den Status einer inneren Autonomie. Mit einer Fläche von 2,1 Millionen Quadratkilometern, von denen 80 Prozent mit Eis bedeckt sind, ist Grönland die größte Insel der Welt. Vor der Küste werden reiche Öl-und Gasvorkommen vermutet. 50.000 der 57.000 Einwohner sind Inuit. (APA u.a.)