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Mehr Elektronik für Verkehrssicherheit

Von Fabio Colasanti

Europaarchiv

In der Europäischen Union verlieren jährlich 40.000 Menschen ihr Leben bei Strassenverkehrsunfällen und 1,7 Millionen werden verletzt - mit unmessbarem menschlichen Leid und

130 Mrd. Euro Kosten als Folgen. Deshalb setzt nun die Europäische Kommission ein klares Ziel: Bis 2010 Verringerung der Opferzahl um die Hälfte. Auch die modernen Informations- und Kommunikationstechnologien können dazu entscheidend beitragen. Meine Generaldirektion, die die Erforschung und Entwicklung dieser Technologien finanziell unterstützt, hat deshalb jüngst eine "Mitteilung" - also einen Katalog von Maßnahmen und Empfehlungen - verabschiedet. Damit wollen wir die Entwicklung und die flächendeckende Einführung von so genannten "intelligenten Fahrzeugsicherheitssystemen" drastisch beschleunigen. ABS und Airbags sind mittlerweile vertraute Beispiele, wir wollen nun etwa den harmonisierten und europaweiten, im Auto installierten, also bordeigenen Notrufdienst (e-Call) fördern. Er beruht auf dem mit Angaben zum Unfallort erweiterten Notruf 112.

F & E fördern

Aber es geht nicht nur um finanzielle Förderung von Forschung und Entwicklung z. B. immer besserer Prozessoren, Sensoren, Auslöser und Übertragungstechnologien, um immer anspruchsvollere - also aktive und integrierte - Sicherheitssysteme. Es geht auch darum, dass der Markteinführung vorhandener Forschungsresultate oft wirtschaftliche und rechtliche Hindernisse entgegenstehen. Unsere Mitteilung macht nun Vorschläge, mit welchen Maßnahmen diese zu beseitigen sind. So unterstützen wir das "eSafety Forum", das alle europäischen Akteure im Bereich der Straßenverkehrssicherheit zur Zusammenarbeit bringt. Weiters treiben wir die Beseitigung gesetzlicher Hindernisse voran, die z. B. dem für die Verbesserung der Sicherheit wichtigen Einsatz des 24 Gigaherz UWB kurzreichweitigen Radars entgegenstehen. Wir selbst werden die EU-Rechtsvorschriften für die Typengenehmigung überarbeiten. Weiters werden die Prioritäten für die Normung untersucht.

Hindernisse beseitigen

Die von uns vorgeschlagenen Maßnahmen erfolgten nach einem umfassenden Dialog mit der Industrie, den Mitgliedstaaten und Interessensverbänden. Deshalb bin ich auch sehr zuversichtlich, dass die Industrie diesmal rascher als etwa bei der Einführung des ABS vorgehen wird. Europa hat schon bei der Entwicklung und bei der Markteinführung des Mobiltelefons bewiesen, wie es die technologisch starken USA überholen kann. Auch bei der Straßenverkehrssicherheit muss uns dies gelingen - im Interesse der Menschen!

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Fabio Colasanti ist in der Europäischen Kommission in Brüssel zuständiger Generaldirektor für "Informationsgesellschaft".