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"Mehr Freihandel -weniger Armut"

Von Christine Zeiner

Wirtschaft

Die Länder südlich der Sahara bilden die einzige Region der Erde, in der der Anteil in extremer Armut lebender Menschen seit 20 Jahren wächst, heißt es im Entwicklungsbericht 2004 der UN-Organisation für Industrielle Entwicklung (UNIDO). Die UNIDO sieht eine Möglichkeit, die Armutsstatistik zu verbessern, in der Liberalisierung des Handels - mit Spielregeln.


Es sei wichtig, die im Jahr 2000 definierten "Millennium-Entwicklungsziele" bis 2015 zu erreichen, sagte UNIDO-Generalsekretär Carlos Magarinos. Sie sehen u.a. vor, dass die Zahl der in extremer Armut (Tageseinkommen unter 1 US-Dollar) Lebender halbiert wird und Basis-Gesundheits-, Bildungs-, Pflege- und Umweltmaßnahmen existieren. Würden die Maßnahmen im Bereich Gesundheit und Grundausbildung umgesetzt, würde sich das Wachstum in den subsaharischen Ländern um 1,6%-Punkte verbessern.

"Während zwischen 1981 und 2001 die Anzahl in extremer Armut Lebender weltweit von 40 auf 21% der Gesamtbevölkerung gefallen ist, ist sie dort von 42 auf 47% gestiegen", erklärte Magarinos. "Ohne Wirtschaftswachstum wird es unmöglich sein, Menschen aus der Armut zu bringen." Die Einkommensverteilung, die - wie die UNIDO schätzt - in den kommenden Jahren gleich bleiben wird, trage zur Armut bei, fügte Magarinos hinzu. Eine Produktionssteigerung komme nicht allen Bevölkerungsschichten zu Gute. Er geht davon aus, dass Wirtschaftswachstum nur über den privaten Sektor erreicht werden kann: Regierungen müssten tiefwurzelnde Probleme wirtschaftlich angehen.

Die UNIDO empfiehlt eine sorgsame Handelsliberalisierung, andernfalls würden zu viele Unternehmen bankrott gehen. "Die Regierungen sollten den Protektionismus allmählich abbauen und die Unternehmen gleichzeitig dabei unterstützen, Standards für Qualität, Kosten, Gesundheit und Umwelt aufzubauen", heißt es im Report.

Ein Ländervergleich der industriellen Leistungsfähigkeit von 155 Ländern (Basis: Jahr 2000) zeigt Singapur wie 1990 an der Spitze (1980: 2.). Es folgen Irland (1990: 9./1980: 19.), die Schweiz (2./1.), Finnland (7./8.) und Schweden (5./4.) vor Japan (4./5.), Deutschland (3./3.), Belgien-Luxemburg (6./6.), Taiwan (15./18.) und Südkorea (18./23.). Österreich liegt auf Rang 12 (16./11.).