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Mehr Geld für Hilfe ist zu wenig

Von WZ-Korrespondent Wolfgang Tucek

Europaarchiv

Kommission will Entwicklungshilfe stärker koordinieren. | Brüssel. Einfach mehr Geld in die Entwicklungshilfe zu pumpen ist nicht genug. Denn "sehr viel" davon gehe verloren, bekannte der zuständige EU-Kommissar Louis Michel gestern, Donnerstag. Notwendig sei deshalb eine bessere Koordination der Hilfsaktionen, die derzeit von den 25 Mitgliedsstaaten immer wieder auf eigene Faust durchgeführt würden. Das vervielfache den Aufwand für Verwaltung und Bürokratie.


Darüber hinaus seien die Behörden der Zielländer mit den unterschiedlichen Ansprechpartnern und Regeln für die Verwendung der Mittel heillos überfordert. In Extremfällen kämen bis zu 800 Geber auf einen Empfängerstaat. Vorwürfe, dass vielfach die Korruption in den Partnerländern den Ablauf der Entwicklungshilfe blockiere, kontert Michel mit dem Rat, erst einmal vor der eigenen Türe zu kehren.

Konkret schlägt die Kommission etwa einen Rahmen für gemeinsame Mehrjahresprogramme und eine Strategie für die Arbeitsteilung der EU-Geber vor. Denn "jeder Euro, der intelligent und koordiniert ausgegeben wird", könne stärker zur Armutsbekämpfung beitragen. Klar stellte Michel, dass er keine neuen Kompetenzen fordere. Es gehe vielmehr darum, Entwicklungshilfe gezielter zu steuern. Immerhin komme mehr als die Hälfte der öffentlichen Hilfsgelder aus der EU: 36 Milliarden Euro waren es 2004.