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Mehr neue US-Jobs als erwartet

Von Daniel Enskat, New York

Wirtschaft

Die amerikanische Arbeitslosenrate blieb im Februar unverändert, bei allerdings einer überraschend hohen Zahl von Neueinstellungen. Dies berichtete am Freitag das US-Arbeitsministerium. Das Ergebnis deutet darauf hin, dass bei der derzeitigen Entwicklung der US-Wirtschaft weitere Zinssenkungsschritte der Notenbank ungerechtfertigt sein könnten.


Die Zahl der nicht in der Landwirtschaft Beschäftigten stieg im vergangenen Monat um 135.000, nach einem revidierten Wachstum von 224.000 im Januar. Das Ergebnis war deutlich höher als erwartet: Die Konsensschätzung der von Thomson Global Markets befragten Volkswirtschaftler hatte bei einem Zuwachs in Höhe von 75.000 gelegen.

Die Arbeitslosenrate blieb unverändert bei 4,2 %, auf dem höchsten Stand seit 16 Monaten und etwa im Rahmen der allgemeinen Markterwartungen. Die durchschnittlichen Stundenlöhne stiegen um 0,5 %, der stärkste Anstieg seit drei Monaten. Hier hatte man allgemein mit einem Wachstum von 0,3 % gerechnet.

Das Arbeitsministerium erklärte den Rückgang im Vergleich zum Januar mit einem Einstellungsrückgang in der Bauindustrie. Dort wurden im Februar nur 16.000 neue Stellen geschaffen, nach einem Wachstum von 158.000 im Vormonat. Der Rückgang im produzierenden Gewerbe wurde durch den Zuwachs im Dienstleistungssektor aufgefangen, die Fabrikarbeit bleibt auf 10-Jahres-Tief.

Im Januar hatte das so genannte Federal Open Market Committee (FOMC), der geld- und währungspolitische Arm der Notenbank, den Leitzinssatz um einen vollen Prozentpunkt gesenkt, um möglichen Rezessionsgefahren vorzubeugen. Notenbankpräsident Greenspan betonte in seinen letzten Auftritten vor dem Kongress, dass die Notenbank die eingeschlagene Zinssenkungsrichtung beibehalten werde, und die Prioritäten klar seien: Die derzeitigen Rezessionsgefahren hätten in jedem Fall Vorrang vor möglichen inflationären Problemen. Die zuletzt veröffentlichten Produzenten- und Konsumentenpreise hatten allerdings wieder starke Inflationsängste an den US-Märkten ausgelöst.

Die neuen Arbeitsmarktdaten deuten nun darauf hin, dass es der amerikanischen Wirtschaft erstens doch nicht so schlecht geht, wie allgemein befürchtet, und mithin weitere drastische Zinssenkungsschritte der Fed ungerechtfertigt sein könnten. Zweitens zeigt der Bericht mit dem erneuten Anstieg der durchschnittlichen Stundenlöhne gewisse inflationäre Tendenzen auf. Kommt die nächste Zinssenkung oder kommt sie doch nicht - genug Raum für Sepekulationen bis zur Sitzung des FOMC am 20. März.