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Mehr Reförmchen als Revolution

Von Tamara Arthofer

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Tamara Arthofer
Tamara Arthofer ist Sport-Ressortleiterin.

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Für Fifa-Präsident Gianni Infantino ist es ein "Meilenstein in der Verbesserung der globalen Steuerung des Profifußballs", für Philippe Piat, den Chef der Spielergewerkschaft Fifpro, der Türöffner zu den "größten Veränderungen der Transferregeln seit 2001". Doch wer angesichts dieses Pathos nun glaubt, die horrenden Ablösesummen, die den Sport in diesem Sommer in Atem gehalten haben, würden nun abgeschafft oder limitiert, der irrt. Eine diesbezügliche Beschwerde bei der EU-Kommission hat die Fifpro nun zurückgezogen - offiziell, weil eine Übereinkunft mit der Fifa über eine Neugestaltung der Regularien erzielt wurde, inoffiziell wohl auch wegen der Chancenlosigkeit. Schließlich wurde die Beschwerde schon 2015 eingebracht, bisher ohne Ergebnis. Bei näherer Betrachtung erweist sich das am Montag euphorisch präsentierte Abkommen nämlich bezüglich der Transfersummen als zahnlos, es regelt lediglich, was ohnehin längst Standard sein sollte: So soll es Spielern, die zwei Monate auf ihr Gehalt warten, erlaubt sein, den Klub zu wechseln, Straf- und Druckmaßnahmen wie die Verdonnerung zu Einzeltrainings sollen untersagt werden. Das alles ist gut und wichtig, aber noch lange kein Meilenstein. Auf die weiteren Maßnahmen, die nun - getreu dem Motto: "Wenn du nicht mehr weiter weißt, bilde einen Arbeitskreis" - eine Task Force ausarbeiten soll, darf man gespannt sein; dass eine angekündigte Revolution aber diesmal tatsächlich stattfindet, sollte man nicht erwarten. Die Fifa war schließlich immer schon gut darin, Reförmchen als Paradigmenwechsel zu verkaufen.