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Metalle werden knapp

Von WZ Online

Wirtschaft
Metalle werden rar und teuer.
© UNEP

Der Menschheit droht nach Einschätzung der Vereinten Nationen (UNO) eine Knappheit bei Spezialmetallen. Helfen könnte eine bessere Wiederverwertung.


"Nur wenige Metalle wie Eisen und Platin haben eine Recyclingquote von mehr als 50 Prozent. Gerade die Metalle, die wir in Zukunft aber dringend brauchen, sind auf der Erde knapp", sagte Thomas Graedel, Professor an der Yale-Universität am Donnerstag bei der Vorstellung einer Studie zum Thema.

Unter anderem hat sich die weltweite Nachfrage nach Kupfer und Aluminum in den vergangenen 20 Jahren verdoppelt.

Als Beispiel nannte er die Informationstechnologien: "Bei Indium liegt die Recyclingquote bei unter einem Prozent. Könnten wir auch ohne Indium Computer produzieren? Ja, klar! Aber die hätten dann das Niveau von 1980", sagte Graedel.

Der Chef des UNO-Umweltprogrammes UNEP, Achim Steiner, forderte die Entwickler auf, schon beim Design eines Geräts an dessen Wiederverwertung zu denken: "Das ist auch ein Bedürfnis des Marktes. Denn es ist zwei- bis zehnfach effizienter, Metall zu recyceln als es aus dem Boden zu holen." Deshalb sei bei Eisen auch schon eine Wiederverwertungsquote von mehr als 50 Prozent erreicht worden.

Graedel prognostiziert, dass einige Spezialmetalle zu teuer werden könnten, als dass man sie noch als Werkstoff betrachten kann. "Und das, obwohl wir auf sie angewiesen sind. In einem Flugzeugtriebwerk stecken heute 50 verschiedene Elemente unseres Periodensystems. Vor ein paar Jahren waren es noch fünf oder sechs", sagte er. Vor allem die Informationstechnologie sei auf bestimmte Werkstoffe angewiesen. "Die werden zwar mehr und mehr wiederverwertet. Aber es ist bitter, dass unsere Recyclingtechnologie im Grunde 50 Jahre alt ist."