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Mia san . . . Hollywood

Von Tamara Arthofer

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Tamara Arthofer
Tamara Arthofer ist Sport-Ressortleiterin.

Übergewicht! Nächtliche Ausflüge in die Münchner Klubszene! Einschränkung von Kurz-Trips ins Ausland! Unmut über die Trainingsmethoden! Die Berichte, die in den vergangenen Tagen über den FC Bayern kursierten, sandten seismographische Wellen über den Weißwurstäquator. Dass Trainer Pep Guardiola - offenbar - zum Frühjahrsstart die Verhaltensregeln für seine Spieler verschärft hat, ja manchen gar mangelnde Professionalität vorgehalten haben soll, sorge laut "kicker", der sich auf einen "anonymen Spieler" beruft, für eine "nicht gute" Stimmung innerhalb der Mannschaft. Und schon war für viele der Skandal perfekt. Zerbricht nun, ausgerechnet in der entscheidenden Saisonphase, in der es für die in der Meisterschaft haushoch führenden Münchner nicht nur um ebendiese geht, sondern auch noch um den Cup und die Champions League, das Mannschaftsgefüge? Revoltieren die Spieler gar gegen ihren Starcoach? An dieser Stelle sei beruhigt: Nichts davon wird eintreten. Unmut Einzelner gibt es immer wieder, schon in seiner ersten Saison war Guardiola mit einem Maulwurf konfrontiert, ehe er für die Handschrift, die er den Bayern verpasste, weithin gelobt wurde. Dass er Perfektionismusfanatiker ist, weiß man nicht erst seit heute, genau deshalb wurde er ja geholt. Nun steht Guardiola unter dem (teils vom Verein, teils aber auch von ihm selbst auferlegten) Druck, im dritten und definitiv letzten Jahr in München endlich auch die Champions League zu gewinnen. Mag sein, dass das dazu führt, die Zügel noch einmal anzuziehen. Mag sein, dass das zu einer gewissen Anspannung, ja vielleicht Spannungen führt. Überbewerten sollte man das aber nicht. Für die Münchner gilt eben nicht nur der Slogan Mia san Mia, sondern auch Mia san Hollywood.