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Microsoft startet Angriff auf Apples Dominanz bei Musik

Von Christoph Dernbach

Wirtschaft

Microsoft pumpt massiv Geld in das Musik-Business. | Vier Fünftel der legalen Downloads laufen über Apple. | Seattle . (dpa) Microsoft läutet seinen Generalangriff auf die Vorherrschaft des Konkurrenten Apple im Markt der digitalen Musik ein. Pünktlich zum Weihnachtsgeschäft in den USA brachte der Softwaregigant am Dienstag sein Musik-Abspielgerät Zune in über 60.000 Läden. Gleichzeitig stellte Microsoft auch einen neuen Online-Musikladen mit dem Namen Zune Marketplace vor.


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Um die Dominanz des Apple-iPods und des Apple-Online-Shops iTunes zu brechen, nimmt Microsoft-Chef Steve Ballmer nicht nur jahrelange Verluste der Zune-Geschäftssparte in Kauf, sondern riskiert auch Verwerfungen mit seinen bisherigen Partnern im Musikgeschäft. Der Musikplayer darf nach Angaben von Microsoft-Finanzchef Chris Liddell vor Finanz-Analysten im vergangenen Juni bis zum Geschäftsjahr 2008 Verluste schreiben.

Allianz PlaysForSure gescheitert

In den vergangenen Jahren hatten sich etliche Firmen wie Samsung, iRiver und Creative in der Rolle des iPod-Killers versucht. Trotzdem wickelt Apple heute über iTunes rund 80 Prozent aller legalen Musikdownloads ab.

Inzwischen kommt auch Microsoft-Gründer Bill Gates indirekt zum Urteil, dass die von ihm geführte Digitalmusik-Allianz PlaysForSure gescheitert ist. "Wir haben uns zu lange auf Partner verlassen, die schon vor Apple MP3-Player auf dem Markt hatten", sagt Gates in der aktuellen Ausgabe des deutschen Wochenmagazins "Focus". "Das funktionierte jedoch nur bedingt", so Gates. Nicht nur die Hardware-Partner der PlaysForSure-Allianz müssen sich nun damit abfinden, dass aus dem Freund von einst der Gegner von heute geworden ist. Auch die Online-Musikdienste wie Napster müssen nun damit leben, dass ihre Songs nicht auf dem Zune abgespielt werden können.

Harte Zeiten für Napster und T-Online

Da Zune-Player und Zune-Musikladen bisher nur in den USA angeboten werden, ist der größte Microsoft-Partner in Deutschland, Musicload, noch nicht von dem Kurswechsel des Softwaregiganten betroffen. Bei einem Erfolg des Zune in den USA wird auch der Musikdienst von T-Online sein Verhältnis zu Microsoft neu definieren müssen.

Die ersten Rezensionen in der US-Presse zeigen, dass Microsoft insgesamt Mühe hat, mit seinem 250 Dollar teuren Player an das Niveau des iPods heranzukommen: Im Vergleich zu einem iPod mit ebenfalls 30 Gigabyte Speicherplatz ist der Zune um mehr als die Hälfte voluminöser und 17 Prozent schwerer.