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Mieser als PISA

Von Reinhard Göweil

Leitartikel

Die politische Debatte um das wenig ermutigende PISA-Ergebnis erklärt das Abschneiden besser als alles andere. Die Volkspartei kämpft um politisches Dogma, das sich längst überlebt hat. Das Wort "Gesamtschule" löst immer noch einen unverständlichen kämpferischen Reflex aus.


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Natürlich ist der Satz richtig, dass eine gemeinsame Schule der bis 14jährigen nicht automatisch eine Verbesserung der Lese-Leistungen der Schüler bedingt. Auch so eine Schule kann schlecht sein. Eine Neuorganisation der Lehrerausbildung gehört dazu, ist aber ohnehin auf Schiene.

Aber die gemeinsame Schule würde wenigstens in einem Bereich Entspannung bringen. Die PISA-Studie ergab erneut: Je niedriger der soziale Status der Familie, desto schlechter die schulischen Leistungen der Kinder.

Also muss es auch Aufgabe sein, diese soziale Barriere zu überwinden. Die Industriellenvereinigung, die der VP durchaus näher steht als der SP, ist da schon deutlich weiter, war es eigentlich auch immer. Und das von Hannes Androsch angekündigte Bildungs-Volksbegehren wird immer wichtiger. Nur wenn viele Menschen dieses Begehren unterstützen, wird es vermutlich möglich sein, den parteipolitischen Graben zu überspringen. Für den materiellen und geistigen Wohlstand des Landes ist es nämlich irrelevant, welche Partei gut Ausgebildete später wählen. Es haben bloß alle Kinder und Jugendlichen ein gleiches Anrecht auf bestmögliche Bildung sowie der Förderung ihrer Begabungen.

Also ein Ersuchen an jene Politiker, die das schlechte Abschneiden bei PISA der jeweils anderen Partei anlasten: Bitte aufhören damit. Gleich.