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Miet-Aufputz fürs Büro

Von Regine Bohrn

Wirtschaft
Raimund Deininger ist vor zehn Jahren ins Geschäft mit der Kunstvermietung eingestiegen.

80 Kunden bringen Artware jährlich 200.000 Euro Mieteinnahmen.


Wien. Geschäftsinhaber, die ein bisschen Gefühl für Ästhetik haben, schauen, dass die Wände in ihrer Firma nicht nackt, sondern dekoriert sind. Einige greifen dabei zu Farbe, während andere Geld für Bilder oder Kunstobjekte aufwenden. Aber nicht alle, die sich für letztere Option entscheiden, kaufen die Kunstwerke, sondern mieten sie lediglich, um Geld zu sparen. Um an diesem Kuchen mitnaschen zu können, hat Raimund Deininger vor etwa zehn Jahren die Firma Artware gegründet und widmet sich seither dem Verleih von Kunst.

Das Unternehmen hat dabei Werke von rund 70 Künstlern und Architekten zur Auswahl. Vermietet werden dabei vor allem Werke junger Künstler, die in Wien studieren. Deininger: "Wir machen das, weil wir an die Zukunft der Szene der Stadt glauben."

Bilder hängen ein Jahr lang

Neben Objekten von jungen Künstlern hat Artware aber auch Werke von älteren Malern oder Architekten im Programm. Es gebe durchaus bekannte Künstler, die Werke aus ihrem Fundus zum Vermieten anbieten, sagt Deininger. Egal wie alt der Künstler ist, die Bezahlung ist immer die gleiche: Der Maler oder Architekt bekommt ein fixes Honorar und Artware übernimmt die Druckkosten.

Vermietet werden von Artware in der Regel nicht einzelne Bilder, sondern Serien. Sie bestehen laut Deininger aus sechs oder acht Blättern, die 50 mal 65 Zentimeter groß sind. Wer sich entscheidet, Bilder zu mieten, wechselt sie nach Angaben des Artware-Chefs "frühestens nach einem Jahr" aus. Viele Unternehmer würden die Kunstwerke auch länger im Büro hängen lassen und sie nach einiger Zeit sogar kaufen, weil sie Gefallen an ihnen gefunden haben.

Expansion in Bundesländer

Die Kosten für ein gemietetes Kunstwerk betragen 20 Prozent des Kaufwerts. Inkludiert seien dabei die Beratung, die Rahmung und der Transport der Objekte. Neben den vergleichsweise niedrigeren Kosten gibt es laut Deininger noch einen zweiten Punkt, der für die Miete von Kunst spricht: die steuerliche Absetzbarkeit. Ein Unternehmen kann die Kosten, die für das Ausleihen anfallen, im Jahr der Anschaffung zur Gänze abschreiben.

In Summe spült die Vermietung von Kunst an 80 Kunden jährlich 200.000 Euro in die Kassa von Artware, sagt Deiniger. Der Rest des Unternehmensumsatzes, der sich im Vorjahr auf insgesamt 750.000 Euro belaufen hat, kommt aus dem Verkauf von Kunstwerken.

Obwohl dieser Bereich mehr Geld einbringt als die Vermietung, werde der Verleih immer einer der Kernbereiche der Firma sein, meint der Artware-Geschäftsführer im Gespräch mit der "Wiener Zeitung".

Aus diesem Grund möchte Deininger, der aktuell sieben Mitarbeiter beschäftigt, auch mit dem Mietprogramm und nicht mit dem Kunsthandel in die Bundesländer expandieren. Der Plan sieht vor, 2012 auch in Salzburg und Linz aktiv zu werden. Des Weiteren soll der Künstler-Pool auf rund 100 Personen aufgestockt werden, kündigt der Chef der Kunstverleih-Firma an.